Neun Jahre ist es her, dass der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sein Amt niederlegen musste. Er hatte bei einer wichtigen Abschlussarbeit an der Universität geschummelt und dies hatte jemand herausgefunden.
Das war passiert: Zu Guttenberg hatte sein Studium im Fach Jura mit einer Doktorarbeit abgeschlossen. Bei dieser Arbeit darf man keine Hilfe bekommen, allerdings kann man einiges aus anderen Büchern abschreiben. Die Stellen muss man dann aber am Ende des Textes angeben. Das heißt, man schreibt auf der Seite des abgeschriebenen Satzes, woher und von wem es stammt. Genau das soll der einstige Verteidigungsminister nicht getan haben. So meinte man, es seien seine Forschungsergebnisse.
Bei der Untersuchung wurden auch die betreffenden Autoren gefragt, und sie bestätigten, dass der Minister bei ihnen abgeschrieben hat. Die Arbeit war somit ein Plagiat und der Minister kein Vorbild mehr. Daraufhin trat er zurück, gab alle politischen Ämter ab und zog mit seiner Familie nach Amerika.
Dieses Mal ist die Arbeit kein Plagiat
Jetzt kam heraus, dass zu Guttenberg wohl wieder einen Doktortitel trägt. An einer britischen Universität veröffentlichte er vergangenes Jahr eine Arbeit, die es ihm erlaubt, den Titel Doktor der Philosophie zu tragen. Diese Arbeit ist kein Plagiat, er hat sie ganz allein gemacht. Ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler sagte, zu Guttenberg habe eine sehr gut recherchierte Forschungsarbeit zu einem wichtigen Thema veröffentlicht. Es geht um die Zusammenarbeit von Banken über Ländergrenzen hinweg.
Darf sich wieder Doktor nennen: Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat in Großbritannien eine Arbeit veröffentlicht.