Dass es so weit kommen konnte, ist furchtbar. In Berlin wollte ein elfjähriges Mädchen nicht mehr leben, weil ihre Mitschüler sie ganz schlimm behandelt haben. Über Wochen und Monate wurde sie von ihnen gemobbt. „Mobbing“ kommt von dem englischen Wort „to mob“. Das heißt übersetzt „jemanden anpöbeln“ oder „jemanden dumm anmachen“. Beim Mobbing werden Einzelne von einer ganzen Gruppe ausgegrenzt. Sie dürfen sich den Mitgliedern der Gruppe nicht nähern und wenn doch, werden sie beschimpft und beleidigt. Oder schlimmer noch: Ein Mobbing-Opfer wird von seinen Mitschülern mit fiesen Streichen gequält. Oft bleibt es aber nicht bei solchen direkten Angriffen, Mobbing geht auch übers Handy weiter.
Erwachsenen davon erzählen
Man nennt dies Cybermobbing und hier werden die bösen Nachrichten dann übers Telefon oder auch das Internet verschickt. Für die Opfer gibt es also kaum einen sicheren Ort. Egal ob sie zu Hause in ihrem Zimmer sind, in der Schule oder auf dem Schulweg, sie sind überall angreifbar. Nach dem Tod des Mädchens erzählen nun viele Kinder und Jugendliche öffentlich, dass auch sie Opfer von Mobbing waren oder jemand kennen, der so behandelt wurde. Dass man sie geschlagen, beleidigt und ausgegrenzt hat. Warum? Dafür muss es oft gar keinen Grund geben. „Ich weiß nicht, warum es mich getroffen hat“, sagt ein Mädchen, das von drei anderen zusammengeschlagen wurde. Alle, die so frei von ihren Erlebnissen erzählen, haben sich Erwachsenen anvertraut. Und genau das ist auch wichtig. Nur so kann etwas gegen Mobbing getan werden.