Weltweit leiden Kinder Hunger. Eine App soll dabei helfen, hungerleidende Kinder zu erkennen und ihnen so besser zu helfen, | Foto: Adobe Stock

Humboldt-Gymnasium

Künstliche Intelligenz für 80 Millionen Kinderleben

Auf einem Kongress der Welthungerhilfe in Indien 2017 kam erstmals die Idee für die App „Child Growth Monitor“ auf, die Unterernährung bei Kindern feststellt. Nun soll sie weltweit flächendeckend eingesetzt werden.

Es wird schon lange nach einer Lösung für das Hunger-Problem gesucht. Dazu soll die App beitragen. Die gemeinnützige Welthungerhilfe hat in Zusammenarbeit mit einigen anderen Organisationen dank zahlreicher Spenden eine Smartphone-App mit KI-Unterstützung entwickelt. Sie scannt Kinder mittels einer Videoaufnahme, misst Größe sowie Gewicht und erkennt dann, ob eine Unterernährung vorliegt.

KI wird weiter trainiert

Die Daten werden laut der Welthungerhilfe automatisch an eine Nichtregierungsorganisation oder die Regierung übermittelt. Daraufhin können die Institutionen zusammen mit Ärzten notwendige Behandlungsmaßnahmen einleiten. Seit drei Jahren wurden immer mehr Daten manuell und mit der App gesammelt, um die künstliche Intelligenz zu „trainieren“.

Bisher ist sie nur in Indien eingesetzt worden, weil dort einerseits eine hohe Unterernährungsquote herrscht, andererseits das Land technischem Fortschritt gegenüber sehr aufgeschlossen ist.

App soll weltweit eingesetzt werden

Es ist aber geplant, die App weltweit einzusetzen, da nach Angaben der Welthungerhilfe rund 200 Millionen Kinder an chronischem Hunger leiden. Bei der Bekämpfung des Hungers besteht unter anderem das Problem, dass Unterernährung schwierig zu erkennen ist. Viele Kinder werden falsch gemessen, weil exakte Messgeräte teuer und unhandlich sind. Zudem werden sie häufig nicht gewartet. Darüber hinaus ist es vielen Eltern nicht möglich, ihre Kinder messen zu lassen, etwa weil sie aus der Gesellschaft ausgeschlossen oder auf der Flucht sind.

Die App sei günstiger als die bisher eingesetzten Messgeräte und dadurch, dass sie auf Smartphones läuft, können auch Eltern selbst die Messungen vornehmen.

Mithilfe der App können laut Welthungerhilfe nun rund 24 Millionen Kinder zusätzlich gemessen werden. Idealerweise führt das dazu, dass 10 Millionen Kinder weniger an Unterernährung leiden und 80 Millionen Kinderleben gerettet werden könnten. So trägt diese Idee zu dem Vorhaben der Welthungerhilfe ‘Zero Hunger by 2030’ bei.

Sonja Schultheis | Klasse 10e
Humboldt-Gymnasium Karlsruhe