Im Death Valley wandern Steine über eine Ebene und hinterlassen dabei Rillen | Foto: dpa

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Felsen wandern durch die Wüste

In einem ausgetrockneten See in Kalifornien in den USA passiert von Zeit zu Zeit etwas total Verrücktes: Dort liegen Felsen, die bis zu 350 Kilogramm schwer sind. Was heißt „liegen“ – die Felsen bewegen sich! Sie wandern mehrere hundert Meter weit. Erkennen kann man das an Rillen, die sie hinter sich lassen.

Mal wandern die Felsen schnurgerade über die Fläche des ehemaligen Sees, mal bewegen sie sich in leichten Kurven über den Boden. Die wandernden Steine befinden sich im Death Valley Nationalpark – auf der Racetrack Playa, was auf Deutsch Rennbahn-Ebene heißt. Sie liegt auf 1.120 Metern Höhe in einem abgelegenen Gebiet des berühmten Wüsten-Nationalparks.

Wie es dazu kommt, dass so schwere Steinbrocken sich bewegen, dazu gibt es verschiedene Erklärungen. Eine Vermutung ist, dass die starken orkanartigen Winde im Winter die Steine bewegen. Allerdings müsste der Wind dann mit mindestens 800 Stundenkilometern über das Land fegen. Vermutet wird auch, dass die Position der Felsen eine große Rolle spielen könnte: Steht der Stein an einer Position, wo zwei Luftströme aufeinander treffen, könnte das die Bewegung verstärken.

Rutschen die Steine aus?

Aber es gibt noch weitere interessante Theorien: Im Boden befinden sich Bakterien, die nach langen Regenfällen eine Schmierschicht bilden. Das würde bedeuten, dass die Brocken einfach wegrutschen. Genausogut könnte es sein, dass sich im Winter eine Eisschicht bildet, auf der die Steine wie auf einer Eisscholle wegtreiben. Vielleicht ist es auch eine Mischung aus allem: Wind, Eis, glitschiger Boden.

Das Rätsel wurde erst vor wenigen Jahren gelöst. Eine Studie ergab, dass mit ziemlicher Sicherheit das Eis der Grund für die Wanderungen ist. Wenn große dünne Eisdecken schmelzen, reicht schon ein relativ schwacher Wind, um die Felsen einfach wegzuschubsen.