An elderly woman looks out the window sitting in his house. Care of lonely pensioners.
Wie Familien früher gelebt haben. Eine Rentnerin (Symbolbild) erinnert sich an ihre Kindheit. | Foto: Dimitry Berkut / Adobe Stock

Markgraf-Ludwig-Gymnasium

“Wir haben Backsteine ins Bett bekommen”

Die Rentnerin Cecelia Walters erzählt im Gespräch mit Maika Wieland über ihr Leben und die familiäre Situation gegen Ende des zweiten Weltkrieges.

Mit welchem Namen wurden Sie geboren?

Walters: Cecelia Magrit Bremer.

Wann und wo wurden Sie geboren?

Walters: In Neuweier am 22.05.1944.

Hatten Sie Geschwister?

Walters: Ja. Zwei Brüder. Einer hieß Albert. Der war mein Zwillingsbruder. Der andere war Gerd.

Wie waren Ihre Eltern so?

Walters: Von Beruf Landwirt. Haja, es hat halt früher durch den Krieg viel auf dem Feld zu schaffen gegeben. Aber das habe ich alles nicht mitbekommen, weil ich noch ein Baby war. Mein Vater war im Krieg und meine Mutter musste mit mir und meinen Geschwistern in den Keller flüchten, wenn die Flieger wieder oben drüber gegangen sind.

Erzählen Sie doch mal etwas darüber, wo Sie gelebt haben.

Walters: Ich hab dann bei meiner Oma gelebt, weil sie nicht allein bleiben wollte. Wieder wegen dem Krieg.

Wie alt waren Sie damals?

Walters: Ha, da war ich so…ich habe bei meiner Oma gelebt, bis ich neun Jahre alt war. Und die anderen Geschwister haben dann bei meiner Mutter gewohnt. Ja, und dann ging ich in den Kindergarten, bis ich in die Schule kam. Danach habe ich die Volksschule abgeschlossen, acht Jahre lang und dann ging ich vier Jahre in die Hochschule. Anschließend habe ich halt im elterlichen Betrieb mitgeholfen, bis ich geheiratet habe.

Können Sie vielleicht etwas über die Kriegs- und Nachkriegszeit erzählen?

Walters: Stellenweise gab es Zeiten, wo die Brüder meines Vaters zu uns ins Haus kamen. Dann war es halt sehr eng. Manchmal haben die Bettflaschen nicht mehr gereicht und wir haben Backsteine ins Bett bekommen. Die wurden vorher im Ofen aufgeheizt und in Zeitungspapier gewickelt. Die Fenster waren nur aus dünnem Glas und man hatte als Eisblumen am Fenster gehabt. Die Winter waren eiskalt, vor allem der eine.

Hatten Sie genug zu essen?

Walters: Ja, weil wir ja Schweine und Kühe hatten. Am Essen hat’s nicht gehapert.

War Ihre Familie groß?

Walters: Ja, durch Oma und Opa, die mit uns in einem Haus gelebt und immer Besuch bekommen haben. Dann hat’s kein Bad gegeben. Immer wenn mein Vater den Schnaps gebrannt hat, durften wir baden. Dann war das Wasser schön warm. Sonst haben wir uns nur mit Wasser in der Küche gewaschen.

Wie oft im Jahr haben Sie dann gebadet?

Walters: Immer über den Winter hat er Schnaps gebrannt, weil er dann nichts draußen zu tun hatte. Also haben wir selten gebadet.

Was haben Sie denn so in ihrer Freizeit gemacht?

Walters: Wir durften als Kinder nicht spielen. Wir mussten arbeiten und auch die Hausaufgaben immer abends machen.

Maika Wieland | Klasse 9b
Markgraf-Ludwig-Gymnasium Baden-Baden