Schule war früher anders als heute. | Foto: bilderbox.com

St.-Dominikus-Gymnasium

Wie war die Schule früher?

Wie wir alle wissen, gibt es einige Unterschiede zwischen dem Schulunterricht früher und dem, wie wir ihn heute kennen. Zum Beispiel wurde Linkshändern häufig die linke Hand auf den Rücken gebunden, damit die rechte Hand zu ihrer Schreibhand wurde. Um mehr über den Schulalltag von damals zu erfahren, haben wir Großeltern interviewt. Oma Gisela, geboren im Jahr 1941 und Opa Wolfgang geboren im Jahr 1934, waren so freundlich, uns ein paar Fragen zu beantworten. Wolfgang ging schon während des Zweiten Weltkriegs zur Schule und beide haben auch den Schulalltag in der neu gegründeten DDR erlebt.

Stimmt es, dass die Lehrkräfte immer sehr streng waren?

Wolfgang: Ja. Es gab aber auch Ausnahmen. Wir hatten zum Beispiel eine Lehrerin und die liebten wir über alles. Damals waren ja Lehrerinnen sehr selten. Die Ausnahme von der Regel gab es auch damals schon. Es gab ja auch Hiebe in der Schule und da hatten wir einen Jungen, der war nun auch wirklich nicht so ganz brav. Er musste sich dann über die Schulbank legen und dann hat er mit dem Knüppel Schläge auf den Hintern gekriegt. Da er das dann gewusst hatte, hat er sich immer schon ein dickes Buch in den Hintern gelegt.

Gisela: Ja, allerdings waren sie auch gerecht. Schläge gab es bei mir nicht mehr. Sie waren zwar streng, aber so etwas gab es dann nicht mehr.

Was waren die Konsequenzen bei einem Regelverstoß?

Wolfgang: Wir mussten irgendeinen Satz hundert Mal schreiben, in den unteren Klassen. Und eine Strafarbeit gab es auch mal auf.

Gisela: Ja, irgendetwas schreiben. Ich kann mich noch erinnern, dass man zu Hause irgendeinen blöden Satz hundert Mal schreiben musste. In meiner Klasse war das wenig, nur ganz selten.

Wurden viele Hausaufgaben aufgegeben und welche Folgen hatte es, wenn sie nicht erledigt wurden?

Wolfgang: Hausaufgaben wurden aufgegeben, aber wenn sie einer nicht hatte, musste er nachsitzen. Der musste dann dableiben und die Hausaufgaben dann da machen.

Gisela: Ja. Und man hat natürlich auch eine schlechte Note bekommen.

Gab es damals bei der Einschulung auch schon Schultüten?

Wolfgang: „Die gab es bei uns auch. Bei uns hat man ja immer Ostertüte gesagt, weil ich wurde nicht zum Herbst eingeschult sondern zu Ostern und da gab es auch ein paar Ostereier drin.“

Gisela: „Natürlich gab es Schultüten, aber nicht so große wie bei euch. Aber das haben die Eltern immer selber gebastelt, zu kaufen gab es bei uns zu der Zeit noch nichts. Ich wurde allerdings schon im Herbst eingeschult.

Heute haben wir pro Schuljahr insgesamt 14 Wochen Ferien. Wie war das damals?

Gisela: Ja, also zu meiner Zeit hatten wir nicht so viel. Wir hatten Ostern eine Woche, Weihnachten glaub ich 14 Tage und die großen Ferien waren auch so sechs Wochen. Das werden neun Wochen bei uns gewesen sein. Mehr nicht.

Wolfgang: An so viele Ferien wie bei euch kann ich mich nicht erinnern. Wir hatten nicht so viel wie ihr.

Wie groß waren die Klassen im Durchschnitt?

Wolfgang: Erst waren wir 25 Jungs und später waren wir in gemischten Klassen.

Wann begann der Unterricht und um wie viel Uhr endete er?

Wolfgang: Normal um 8 glaub ich und um 12.30 Uhr war dann aber Schluss. Jedoch nur in den unteren Klassen. Wir waren ja so viele Schüler, da gab es dann Nachmittagsunterricht, weil eben durch den Krieg viele Flüchtlingskinder da waren und dann waren die Schulklassen überfüllt. Und so haben wir Nachmittagsunterricht gehabt, das war alles andere als schön.

Gisela: Nachmittagsunterricht hatten wir nicht. Um 8 fing es an und dann Mittag war Schluss. In den höheren Klassen auch ein bisschen später.

Wie war es, samstags Unterricht zu haben?

Wolfgang: Das war ja zu der Zeit, in der auch noch samstags gearbeitet wurde und deshalb war da auch Schule. Aber wir waren das ja auch so gewohnt und kannten das nicht anders.

Gisela: In den ersten Klassen hatten wir noch samstags Schule, aber in der Mittelschule nicht mehr. Das wurde dann abgeschafft.

Jana Tomaides, Jule Fischer | Klasse 8a
St.-Dominikus-Gymnasium Karlsruhe