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Stufe für Stufe ans Ziel

Jan Pisterer | 1BK1W4
Handelslehranstalt Rastatt

Die Anforderungen an den Menschen werden immer größer

„Wie stellen Sie sich Ihr Leben in 25 Jahren vor“, eine Frage, die gewiss schon mal dem ein oder anderen begegnet ist, ob im Bewerbungsgespräch oder im heimischen Wohnzimmer beim wöchentlichen ,,Familienstammtisch“. Doch wie reagiert man auf so eine Frage oder besser gesagt, wie antwortet man darauf?

Es ist eine Frage, mit der sich bereits 1943 der amerikanische Psychologe Abraham Harold Maslow beschäftigte und infolge dessen die Maslow‘sche Bedürfnispyramide ins Leben rief. Maslow gilt heute noch als Gründervater der Humanistischen Psychologie,  doch nun stellt sich die Frage, was Bedürfnisse mit dem oben genannten Thema zu tun haben.

Was Maslow mit dieser Pyramide klar machen wollte, können wir sehr gut mit Hilfe alltäglicher Beispiele verdeutlichen. Stufe 1: Was bringt einem Menschen die Bereitschaft und Freude an Tätigkeiten wie dem Klettern, Schwimmen oder Fliegen, wenn die körperlichen Grundvorraussetzungen nicht gegeben sind? Stufe 2: Was passiert mit einer Familie, die nicht über genügend finanzielle Mittel verfügt, um die Grundbedürfnisse zu stillen, wie zum Beispiel das Essen und die Kleidung der Kinder? Wie man sieht, baut das eine auf dem anderen auf. Es ist wie bei einem Hochhaus: man kann das fünfte Stockwerk nicht erreichen, ohne vorher das vierte passiert zu haben.

Ob der Mensch dafür den Fahrstuhl oder eine Treppe benutzt, spielt dabei keine Rolle. Ohne Bedeutung der Geschwindigkeit geht es nur Stufe für Stufe ans Ziel. Dieses Prinzip kann man auch mit den Menschen vergleichen. Sie haben unterschiedliche Ziele, Erwartungen und Bedürfnisse. Somit hat jeder eine andere Vorstellung vom Leben in 25 Jahren. ,,Glücklich und gesund“ diese Worte werden auffallend oft als Antwort auf die Frage genannt. Dennoch hört man immer häufiger, dass vom sogenannten „Burnout“ oder anderen Krankheiten gesprochen wird. Häufig ist es der auf uns lastende Druck, der die Psyche einnimmt und uns krank macht.

Doch wie wird es uns erst in 25 Jahren gehen? Die Anforderungen an den Menschen werden immer größer, eigentlich sind es die Maschinen, die uns vieles erleichtern sollen. Doch hat es den Anschein, dass der Mensch selbst zur Maschine werden soll. Diesem ständigen Druck sowohl im privaten Umfeld, als auch im beruflichen Alltag kann der Mensch nicht dauerhaft standhalten. Vielen Menschen fällt es daher schwer, sich für einen Weg zu entscheiden. Beim Blick in die Zukunft kommt gerade bei Jugendlichen schnell ein Gefühl von Entscheidungszwang auf und die Suche nach Alternativen beginnt. Karriere oder Familie? Eine sinnvolle Lösung wird wohl ein Kompromiss aus beidem sein. Abgesehen von den Kriterien wie dem Umfeld, dem Umgang, der Herkunft oder der allgemeinen Wirtschaftslage, die man meist nicht beeinflussen kann, liegt es also an jedem Menschen selbst, wie hoch er die Messlatte im Leben legt und ob er mit den dafür gesetzten Prioritäten leben kann. Weiß man auf die erläuterte Ausgangsfrage noch keine Antwort, ist das unabhängig vom Alter nicht gravierend. Durch die stetige Entwicklung in allen Bereichen bieten sich einem heutzutage sehr viele Möglichkeiten und auch Chancen an. So kann zum Beispiel ein Hauptschüler auch noch nachträglich das Abitur machen.

Interessen und Meinungen können sich schlagartig ändern. Die Orientierungsphase ist eine nicht festgelegte Zeit. Doch wenn man in etwa weiß, wo man in 25 Jahren stehen möchte und sich im Klaren ist, was eventuell für Opfer dafür erbracht werden müssen, kommt man seinem Ziel schon ein Stückchen näher. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, denn sie ist schließlich die Zuversicht auf einen letztlich guten Ausgang.