Handelslehranstalt Rastatt, 1BK1W4
Handelslehranstalt Rastatt, 1BK1W4 | Foto: Handelslehranstalt Rastatt

Handelslehranstalt Rastatt

Philosophen sollen die Richtung vorgeben

Dimitry Schächtel | 1BK1W4
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 Ein Interview mit Julia Yukovich

 

Wie sieht unsere kulturelle Entwicklung in 25 Jahren aus und wie wird es weitergehen? Julia Yukovich, Schülerin des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums Rastatt beantwortet Fragen unseres Mitarbeiters Dimitry Schächtel.

Schön, dass du dir Zeit genommen hast, deine Gedanken mit uns zu teilen. Du machst gerade dein Abi und willst danach ein Studium als Humanmedizinerin absolvieren, stimmt‘s?

 Yukovich: Ja genau, sieben bis zehn Jahre geht das Studium.

Der Grund, wieso ich dich gerne hier habe ist für mich, dass du vielleicht eine Prognose für die nächsten 25 Jahre geben kannst. Ich möchte auf die Kultur genauer eingehen. Was wird

 Yukovich: Ich denke, dass es durch die Vermischung der Kulturen zu einer Änderung der Stilrichtung kommt. Wenn man es mit früher vergleicht: Damals hatte der Tanz einen hohen Stellenwert und bestimmte Tänze zu können galt als Statussymbol. Heute ist das nichts Besonderes mehr. Deshalb ändert sich das Tanzen schneller und drastischer, da es mehr Einflüssen ausgesetzt ist.

Hört sich gut an, inwiefern wird dein Leben durch Kultur beeinflusst?

 Yukovich: Für mich ist Kultur in erster Linie die Werte, die man in einer Gesellschaft vorfindet. Dazu gehört für mich momentan der Weg, der uns in der Schule aufgezeigt wird. Wir werden dort nämlich in erster Linie auf Leistung getrimmt und das Menschliche rückt dabei ziemlich in den Hintergrund, geht also als Wert verloren. Zum anderen auch die Bücher, die wir lesen und welche Themen und Werte dort vermittelt werden. Doch es ist fraglich, ob die Literatur wirklich als Richtlinie und auch als lehrreich angesehen werden kann und nicht doch nur der Unterhaltung dient. In diesem Fall wäre nicht jedes Buch Kultur.

Wie steht es in 25 Jahren um die Kulturgüter?

Yukovich: Ich denke, dass die Kulturgüter der einzelnen Länder mit der Zeit immer weiter durch Vereinheitlichung in den Hintergrund treten. Was die Vereinheitlichung betrifft, ist die Entwicklung der Sprache ein passendes Beispiel, denn heutzutage hält die Weltsprache Englisch in immer mehr Bereichen Einzug und die Landessprache wird somit in den Hintergrund gedrängt.

Was wäre dein Appell an die Menschen für die nächsten 25 Jahre?

Yukovich: Ich würde die Philosophen als Denkanstoß empfehlen, damit man  bei Entscheidungsfindungen verschiedene Sichtweisen und Herangehensweisen berücksichtigen kann, und so keine einseitige Vorstellung davon hat, was  wichtig und unwichtig ist. Zum anderen sollte Kultur, also auch Bräuche,  an die nächste Generation weitergegeben werden, aber mit der Möglichkeit und Offenheit zur Veränderung. Dabei ist sowohl eine positive als auch eine negative Entwicklung möglich. Die Bewertung kann durch Anlehnung an die Philosophen erfolgen.

Dimitry Schächtel: Ok, ich danke dir sehr für dein wertvolles Statement, und wünsche dir noch einen angenehmen Nachmittag.