ZiSch | Goethe-Gymnasium Gaggenau | Klasse 9e
Goethe-Gymnasium Gaggenau, Klasse 9e | Foto: Goethe-Gymnasium Gaggenau

Goethe-Gymnasium Gaggenau

Monitore in den Autoscheiben

Jakob Schrimpf |  Klasse 9e
Goethe Gymnasium Gaggenau

Der Alltag in 25 Jahren wird sich deutlich vom heutigen unterscheiden

Januar 2042. Es ist Montag, 7 Uhr. Ich stehe auf. Was ziehe ich an? Mein Schrank stellt mir mein Outfit zusammen. Er weiß genau, wie ich mich fühle, welche Aktivität ich heute ausführe und welches Wetter es gibt, denn er ist mit allen meinen mobilen Geräten gekoppelt. Ich bin müde, es ist Winter, draußen nieselt es, ich muss zur Arbeit. Ich dusche, anschließend gehe ich zum Frühstück. Meine zwei Söhne sitzen am Esstisch, frühstücken und schauen fern. Es läuft eine englische Serie mit chinesischem Untertitel. Englisch lernen sie seit dem Kindergarten, ab der Grundschule lernen sie auch Chinesisch. Die zwei Weltsprachen werden so früh wie möglich gefördert. Die meisten Firmen agieren schließlich weltweit.

Meine Frau steht in der Küche und diktiert unserem Haushaltsroboter seine Aufträge für den Tag. Während ich mir einen Kaffee mache, kontaktiere ich unser Auto, dass es die Kinder zur Schule bringt. Fünf Minuten später sind sie abholbereit, jeder hat seinen Laptop dabei, Geld für Vesper und Mittagessen. Um 16 Uhr werden sie zurückkommen, danach gehen sie zum Fußballtraining. Hausaufgaben gibt es keine, alles wird schon in der Schule bearbeitet.

Eine halbe Stunde später rufe auch ich unser Auto an, dass es mich zur Arbeit bringt. Allerdings dauert es noch eine ganze Weile, bis es ankommt, da die Verkehrssituation heute mal wieder schlimm ist. Zudem sind die Garagen nur außerhalb der Stadt, da die Plätze an denen früher Parkhäuser standen mittlerweile mit Hochhäusern bebaut sind. In unserer Garage steht außerdem mein Oldtimer: ein 2012er Porsche Cayman, der Traumwagen meiner Jugend. Aufgrund seines Verbrennungsmotors darf er nicht mehr in die Stadt. Ich fahre ihn nur gelegentlich, am Wochenende. Nach 25 Minuten kommt unser aktuelles Alltags-Auto endlich angesurrt. Da ich wahrscheinlich lange zur Arbeit brauchen werde, verbinde ich meinen Laptop mit den großen Monitoren in den Scheiben und mit dem W-Lan des Autos und beginne schon einmal zu arbeiten, indem ich Daten übertrage.

Angekommen im Büro sind meine Kollegen schon dabei, an unserem neuesten Projekt zu arbeiten. Mein Kollege zieht mich direkt vor seinen Rechner und drückt mir eine VR-Brille in die Hand. Unser aktuelles Projekt ist die Planung einer Produktionshalle und eines Verwaltungsgebäudes für einen großen Automobilhersteller. In der Mitte unseres Büros befindet sich ein Raum, der für virtuelle Realität ausgebaut ist. Mithilfe eines speziellen Anzugs, Laufbändern und einem Windkanal können wir uns darin durch die gesamte Halle bewegen, als wäre es nicht nur virtuell. Im Moment arbeiten wir besonders an der Fassade des Verwaltungsgebäudes. Ein anderer Kollege programmiert derzeit einen 3-D-Drucker für das neueste Modell. Ein anderes wird gerade im Windkanal getestet.

Bis 17 Uhr werte ich noch die Daten dieses Tests aus, danach rufe ich mein Auto und es fährt mich nach Hause. Auf dem Weg höre ich Nachrichten. Nun kann ich entspannen, also bringe ich meinen Sitz in die Liegeposition. Es gibt Stau, Feierabendverkehr. Nach einer Stunde bin ich daheim. Als ich zur Tür hereinkomme, ist meine Frau gerade am Kochen, die Jungs sind im Fußballtraining. Ich setze mich auf die Couch, meine Frau setzt sich dazu. „Es ist doch schön“, sagt sie. „Ja“, sage ich. Wenn es so werden würde.