ZiSch |Ludwig-Marum-Gymnasium Pfinztal-Berghausen | Klasse 9b
Ludwig-Marum-Gymnasium Pfinztal-Berghausen, Klasse 9b | Foto: dpa

Ludwig-Marum-Gymnasium Pfinztal-Berghausen

„Ich bin keine Marionette“

Mirjam, Antonia, Jennifer, Christoph, Laura Klasse 9b
Ludwig-Marum-Gymnasium Pfinztal-Berghausen

Aufstehen, Pferde pflegen, Schule, Reittraining, Essen, Hausaufgaben, Ballettstunden, Trompeten-, Gitarren- und Klavierunterricht, Probe bei den Philharmonikern, Essen, Schlafen. Mein Tagesablauf. Tag für Tag, Jahr für Jahr. Wenn ich mich vorstellen darf: Ich bin 14 Jahre alt, gehe in die 9. Klasse und mache demnächst mein Abitur. Ich spreche fließend vier Fremdsprachen, bin eine erfolgreiche Vielseitigkeitsreiterin, ich spiele Trompete, Gitarre und Klavier.

Sie meinen, ich wäre ein Universalgenie. Aber bin ich das wirklich? Meine Eltern haben mich darauf vorbereitet, die Beste zu sein. Doch reicht das, schaffe ich es, die Beste zu sein? Aber mal ganz ehrlich, wenn ich mich entscheiden müsste, was ich mal werden will, wüsste ich es nicht. Es gibt so viele Möglichkeiten: Schauspielerin, Architektin, Astronautin, Anwältin oder Medizinerin.

Doch meine Eltern haben eine genaue Vorstellung von meinem Leben. Meine Eltern! Sie wollen doch nur, dass ich das erreiche, was sie nie geschafft haben. Manchmal habe ich es satt. Ich bin nicht ihre Marionette! Sie denken an meine Zukunft, doch was ist mit meiner Gegenwart? Was ist mit meiner Vorstellung von meinem Leben? Existiert sie?