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Handelslehranstalt Rastatt

Alltag im Norden und Hobby im Süden

Jakob Trzewik | 1BK1W4
Handelslehranstalt Rastatt

Mit Hochgeschwindigkeit in die Zukunft

Größer und moderner – das sind die Worte an die man denkt, wenn man heute eine große Baustelle sieht. Derzeit haben wir eine solche vor unserer Haustüre – die Tunnelbaustelle Rastatt.

Mein großer Traum ist es, in kürzester Zeit  vom Norden in den Süden Europas zu reisen, auch wenn es nur für ein Wochenende ist. Ich möchte gerne in 25 Jahren an der Nordsee ein exklusives Familienhotel leiten, in dem ich meinen selbst gekelterten Wein aus Italien anbiete. Dank meiner Ausbildung werde ich in der Lage sein, dort einen eigenen Weinberg zu betreiben. Dazu muss ich sehr oft vor Ort sein, um dem Qualitätsanspruch gerecht zu werden.

Nun wird es in 25 Jahren noch nicht möglich sein, Klimabedingungen lokal grundsätzlich zu verändern. Das heißt, Weinanbau an der Nordsee wird auch in Zukunft eher unrealistisch sein. Reisezeiten hingegen extrem zu verkürzen wird dank europäischer Großprojekte wie dem „Genua-Rotterdam-Projekt“ realistischer.

An dieser Stelle nun ein kurzer Fakten-Check: Der Rastatt-Tunnel gehört zum Aus- und Neubauprojekt für den 182 Kilometer langen Abschnitt Karlsruhe-Basel, das laut Plan rund 11,6 Milliarden Euro kosten wird. Auf der Strecke sollen die Züge durchgängig viergleisig mit bis zu 250 km/h verkehren können. Das wird nach Bahn-Schätzung aber erst 2035 der Fall sein, der Vollausbau ist sogar erst für 2041 geplant. Die gesamte Strecke besteht neben dem Rastatter Tunnel aus vielen weiteren Tunneln, darunter auch der bekannte neue Gotthardtunnel mit einer beachtenswerten Länge von 57 Kilometer, welcher 2016 eröffnet wurde.

Während es aus heutiger Sicht um die Beschleunigung und Kapazitätserweiterung des Güterverkehrs geht, ist es in ferner Zukunft vielleicht möglich, mit Hochgeschwindigkeitszügen für den Personenverkehr dem Flugverkehr Konkurrenz zu bieten – sowohl in wirtschaftlicher als auch in ökologischer Hinsicht.

Da sich die zeitliche Spirale bei technischen Entwicklungen immer schneller dreht, glaube ich fest daran, dass ich eines Tages mit unter der Sonne des Südens gereiftem Wein anstoße auf meine erste Hochgeschwindigkeitsfahrt.