Äpfel im Herbst auf einem Apfelbaum. | Foto: bilderbox.com

Max-Planck-Gymnasium Karlsruhe

Streuobstwiesen sind schützenswerte Lebensräume

Streuobstwiesen, Flächen mit Bäumen unterschiedlicher Größe und Obstsorten sieht man häufig im Raum Karlsruhe. In Zeiten von Monokultur und Maximalisierung von landwirtschaftlichen Erträgen ist diese traditionelle Form des Obstbaus ein immer seltener werdender Anblick. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Hochstamm-Obstbäume um zwei Millionen Bäume verringert. Dabei sind sie sehr schützenswert. Auf Streuobstwiesen wachsen oftmals sehr alte und seltene Obstsorten, welche man im heutigen Anbau kaum mehr findet. Dadurch tragen diese auch einen großen Teil zur Erhaltung der Sortenvielfalt bei.

Streuobstwiesen bieten unberührte Rückzugsorte

Insgesamt wachsen auf deutschen Streuobstwiesen mehr als 3.000 verschiedene Obstsorten. Auch die Tier-und Pflanzenwelt profitiert von Streuobstwiesen, da diese Schutz- und Lebensraum für über 5.000 Tier-und Pflanzenarten bieten, zum Beispiel für Insekten, Spinnentiere, Amphibien und Vögel. Besonders für selten gewordene Tiere, wie Blindschleichen, Eidechsen, Laubfrösche und Igel, bieten sie einen wichtigen und nahezu unberührten Lebensraum und Rückzugsorte.

Baden-Württemberg als Vorbild für Deutschland

Um diese Kulturlandschaften zu erhalten, wurde in Karlsruhe 1996 die Streuobstinitiative gegründet. Diese und andere Organisationen, wie der Naturschutzbund Deutschland, sorgten dafür, dass die Streuobstwiesen nicht verwildern, indem sie Hecken und Bäume jährlich schneiden, neue Bäume pflanzen und das Obst ernten. Außerdem kontrollieren sie, dass keine chemischen Pflanzenschutzmittel oder umweltschädigende Dünger eingesetzt werden. Den gepressten Obstsaft kann man in vielen kleinen Läden der Region, aber auch häufig in Biosupermärkten und einzelnen Getränkemärkten kaufen. Verkauft wird nur, was zu 100 Prozent den Richtlinien entspricht. Das große, freiwillige Engagement der ehrenamtlichen Helfer lohnt sich: Baden-Württemberg hat den größten Flächenanteil des Streuobstanbaus in Deutschland.

Streuobstwiesen für den Klimaschutz

Durch den Schutz der Streuobstwiesen, wird so auch langfristig etwas für den Klima-und Naturschutz getan. Viele Tier- und Pflanzenbestände können sich so erholen und die Bäume dienen, neben dem Obstertrag, auch als ungemein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Klimawandel. Es ist wichtig sie zu erhalten und zu schützen!

Lukas Wetzel| Klasse 9d
Max-Planck-Gymnasium Karlsruhe