Hotelzimmer für Bienen im Bienenhotel

Pascal Lingenfelser

Hambrücken – ein Bienenparadies?

Auf einer Skateboard-Runde rund um Hambrücken sind mir Plätze und Aktionen aufgefallen, an denen Maßnahmen zu sehen sind, die gegen das Bienensterben wirken sollen. Da es sich bei der Biene lediglich um ein Insekt handelt, habe ich mich gefragt, warum man diesen Aufwand betreibt. Mein Interesse war geweckt und ich habe mich intensiver mit dem Thema beschäftigt.

Gründe für das Bienensterben

Mit Erstaunen habe ich herausgefunden, dass die Biene das wichtigste Nutztier sein soll. Wie das? Schätzungen des NABU gehen davon aus, dass Honigbienen rund 80 % der Wild- und Nutzpflanzen bestäuben und somit die Vermehrung über Früchte und Samen sichern. Tausende Pflanzenarten werden erhalten und sichern die Ernährung von Tier und Mensch. Würden die Bienen als Bestäuber fehlen, wäre das für die Landwirtschaft unbezahlbar beziehungsweise oft sogar unmöglich. Sterben die Bienen aus, hat die Menschheit ein großes Problem. Die Ursachen für das Bienensterben sind vielfältig. Man vermutet zum einen, dass dies an Krankheitserregern liegt, die die Bestände schrumpfen lassen. Zum anderen trägt der massive Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft zum Bienensterben bei. Durch den Anbau von Monokulturen und das Verschwinden natürlicher Blütenwiesen, die sich für die Bauern finanziell nicht lohnen, geht der natürliche Lebensraum für die Bienen verloren.

Auch Insekten brauchen Rückzugsorte

Bei meinen Erkundungen in Hambrücken habe ich verschiedene Aktionen entdeckt. Am Ortsrand wurde ein Obstlehrpfad angelegt, der nun durch drei Bienenstöcke mit Schaukästen erweitert wurde. Hier lassen sich die Bienen durch ein Glasfenster beobachten, damit allen Interessierten das Thema Artenschutz nähergebracht werden kann. Rund um die Bienenkästen wurden Blühmischungen zur Nahrungsgewinnung für Bienen ausgesät und durch Anlegen einer Benjeshecke weiteren Insekten Unterschlupf geboten. So entstehen Lebens-, Brut- und Rückzugsräume für viele Pflanzen- und Tierarten. Einige Schautafeln enthalten Informationen zum Thema Natur. Darüber hinaus hat man in diversen Beeten im Ortsbereich sowie in einem Park in der Ortsmitte ebenfalls Blühmischungen ausgesät.

Auch die Hambrücker Ministranten sind für den Bienenschutz aktiv geworden und haben im Rahmen einer 72-Stunden-Sozialaktion an vier Standorten selbst gebaute Nistkästen für Bienen aufgestellt. Diese enthalten Naturmaterialien wie Holz, Lehm und Bambus und bieten Wildbienen Unterschlupf.

Jeder kann helfen

Meine Familie und ich möchten uns jetzt ebenfalls für die bedrohten Bienen einsetzen. Wir haben in einen Pflanzkasten auf unserer Terrasse eine Wildblumenmischung für Bienen ausgesät. In unserem Garten habe wir an einer Natursteinmauer ein „Wildbienenhotel“ aufgehängt und Ziegelsteine mit Lehm aufgestellt, in die sich die Wildbienen verkriechen können. Auch wenn der einzelne Beitrag sehr klein scheint, können wir gemeinsam einiges erreichen.

Durch all diese Maßnahmen wird es uns hoffentlich gelingen, die Bienenpopulation zu erhalten, und es wäre schön, wenn viele Orte dem Beispiel Hambrückens folgen würden.

Pascal Lingenfelser | Klasse 9a Justus-Knecht-Gymnasium