Beim Malen lässt sich Schüler Erik Rieple ganz von seinen Gefühlen leiten. So entstehen verschiedene Kunstwerke. | Foto: Adobe Stock

Humboldt-Gymnasium

Warum Bösewichte und Raumschiffe gute Vorlagen zum Zeichnen sind

Zeichnen ist ein interessantes Hobby. Man erschafft etwas, das vorher noch nie in dieser Form vorhanden war. Selbst beim Abzeichnen wird das Ergebnis nicht exakt das sein, was man als Vorlage nutzt. Beim Zeichnen kann man seine Interessen verarbeiten, wie man sie verarbeiten will.

Ich zeichne oft, wenn ich einen neuen Film gesehen oder ein neues Buch gelesen habe. Diese Geschichten versorgen mich mit Ideen. Ich habe mich beim Zeichnen auf zwei Bereiche gestürzt. Gesichter, besonders Disney-Bösewichte, und Raumschiffe. An den Bösewichten finde ich interessant, dass sie so verschiedene Gründe für ihre Taten haben und ihre unterschiedlichen Gesichtsformen. Die Heldinnen und Helden haben alle rundliche, nette Gesichter, die Bösewichten sieht das anders aus. Einer hat ein langes Gesicht, einer ist entstellt und der dritte hat ein sehr kantiges Gesicht.

Emotionen beeinflussen das Motiv

Die Raumschiffe sind faszinierend, weil sie verschiedene Zwecke erfüllen können. Wenn ich Raumschiffe zeichne, kann ich meine Emotionen frei laufen lassen. Wenn ich wütend bin, zeichne ich einen Sternenzerstörer, wenn ich unsicher bin, einen Verteidiger und wenn ich verletzt bin, ein Hospitalschiff, zum Beispiel. Natürlich kann ich auch wütend ein Hospitalschiff zeichnen, aber es wäre deutlich stärker bewaffnet, als wenn ich gerade absolut entspannt bin.

Das fasziniert mich so am Zeichnen. Man kann seine Gefühle dokumentieren, ohne ein Tagebuch zu schreiben. Eine Zeichnung ist einzigartig, selbst eine Kopie. Die Striche sind anders angesetzt, man verwendet einen anderen Bleistift oder man verändert Kleinigkeiten, damit sie besser zum Charakter des Objekts oder der Person passen. Ich finde, dass das schönste am Zeichnen ist, wenn man nach der Arbeit ein fertiges Bild in der Hand hält.

Zum Zeichnen braucht man nicht viel Material

Natürlich ist es ein Hobby, das viel Zeit verschlingt, aber angesichts des Ergebnis empfinde ich die verwendete Zeit als gut genutzt. Was außerdem sehr schön am Zeichnen ist, ist, dass man nicht mehr braucht als einen Stift, ein Blatt Papier, einen geeigneten Untergrund und eine Idee.

Ich habe mir in der Zwischenzeit verschiedene Bleistifte besorgt, jedoch reicht auch ein einfacher HB-Bleistift und ein Radierer. Was mich immer beeindruckt, wenn ich meine Ordner durchsehe, ist, die Veränderung meiner Bilder. Sie werden im Laufe der Zeit komplexer, detailreicher und doch verändert sich etwas nicht. Die Tatsache, dass ich bei klaren Strukturen bleibe.

Manchmal entdecke ich Fehler in meinen alten Zeichnungen. Diese Fehler verändere ich nicht, weil sie meine eigene Geschichte darstellen. Wenn ich eine neue Technik lernen will oder Anreize brauche, sehe ich mir auf YouTube einige Videos an. Das kann ich auch jedem empfehlen, der selbst anfangen will, zu zeichnen.

Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf Kunstwerke

Im Kunstunterricht in der Schule haben wir die Parallelperspektive angefangen, alles weitere musste ich mir selbst beibringen. Dabei war YouTube eine große Hilfe. Was mich fasziniert, ist, dass man sehr unterschiedliche Reaktionen auf seine Werke sieht, wenn man sie mit verschiedenen Leuten ansieht. Einer sagt, sie sei sehr gut, ein anderer findet sie einfach nutzlos, der dritte gibt dir Anreize, was er besser fände. Und manche diskutieren nicht die Zeichentechnik oder Ähnliches, sondern den Inhalt des Werkes. Ich finde alle Rückmeldungen interessant, sie verraten auch etwas über den Menschen, der mit dir redet. Manche kritisieren einfach alles, weil sie wollen, andere loben dich nur, weil sie nett sein wollen.

Ich selbst rede am liebsten mit denen, die den Inhalt des Bildes besprechen. Ich bin sicher, dass ich bei weitem kein Experte bin, aber ich denke, dass ich mich schon deutlich verbessert habe. Manchmal lasse ich eine Zeichnung unvollendet, fange eine neue Zeichnung an und kümmere mich später darum. Das hilft mir, mehr Abwechslung reinzubringen und keine Idee zu vergessen. Wenn ich eine neue Idee habe möchte ich diese so schnell wie möglich in einer Weise bewahren, und dann mache ich es am liebsten direkt richtig.

Im Moment befinden sich zwischen fünf und zehn unvollendete Zeichnungen in meinem Ordner. Wann ich mich um die kümmern werde? Wenn die Zeit soweit ist.

Erik Rieple | Klasse 10c
Humboldt-Gymnasium Karlsruhe