Ringen
Zweikampf in Rot und Blau: Beim Ringen gewinnt derjenige, der den Gegner mit beiden Schultern auf die Matte zwingt. | Foto: privat

Heisenberg-Gymnasium

“Ringen ist viel mehr als nur raufen”

Der Kampfrichter pfeift, vier Punkte für John Keterling. Es ist 17 Uhr an einem gewöhnlichen Samstag, in der Halle ist es sehr laut, stickig und riecht nach Schweiß.

Seit 9 Uhr früh steht er auf der Matte und ringt. Meistens ist jedes Wochenende ein Turnier oder eine Meisterschaft. Unter der Woche trainiert er drei- bis viermal je zwei oder mehr Stunden. Sein Training beim KSC Olympia Graben-Neudorf startet mit einem Aufwärmspiel. Daraufhin läuft sich die Mannschaft gemeinsam warm, dann beginnen sie zu turnen. Nun wärmen sie sich den Nacken auf, machen Koordinationsübungen und steigen ins Techniktraining ein, in dem sie neue Techniken erlernen oder alte wiederholen. Zum Schluss kämpfen sie noch und versuchen die neu erlernten Techniken anzuwenden. Nach dem Training gehen immer alle verschwitzt, müde, aber glücklich von der Matte in die Umkleide.

Aber um was geht es eigentlich beim Ringen? Wir fragen John (14), der seit neun Jahren diesen Kampfsport betreibt.

Ringen ist ein Kampf- und Kraftsport mit Ganzkörpereinsatz ohne weitere Hilfsmittel. Beim Ringen wird zwischen den Stilarten Freistil und Griechisch-Römisch unterschieden. Im Freistil gilt der gesamte Körper, vom Kopf bis zu den Füßen, als Angriffsfläche. Das gilt im Stand wie auch im Bodenkampf. Beim Griechisch-Römisch-Stil darf nur der Körper oberhalb der Gürtellinie angegriffen werden. Dies gilt im Stand wie auch im Bodenkampf. ,,Persönlich mag ich die Stilart Freistil mehr, weil man mehr Angriffsfläche zu Verfügung hat und mehr Techniken anwenden kann“, sagt John.

„Einen Schultersieg zu schaffen, ist echt cool“

Außerdem trägt man so genannte Ringeranzüge und Schuhe. Bei einem Kampf trägt immer einer einen roten und der andere einen blauen Anzug. Das Ziel im Ringen ist es, seinen Gegner aus dem Stand in die Bodenlage und mit beiden Schultern auf die Matte zu bringen, das nennt man den Schultersieg. „Einen Schultersieg zu schaffen, ist schon eher schwer, dennoch bekomme ich es manchmal hin und das ist dann schon echt cool“, findet John. Um das zu schaffen, kommen Techniken, Würfe, Schleuder- und Hebelgriffe zum Einsatz. Schläge, Tritte, Stöße und Würgeansätze sind verboten. Der Kampfrichter kann immer einen, zwei, vier oder fünf Punkte vergeben, je nach Technik. Ein Kampf geht zweimal zwei Minuten mit 30 Sekunden Pause. Ist der Kampf noch nicht durch einen Schultersieg beendet worden, gewinnt der, der am meisten Punkte am Ende des Kampfs gesammelt hat.

Unter der Woche ist es für John „schon oft stressig“, Schule und Sport unter einen Hut zu bringen. Ab und zu muss er auch mal eine Trainingseinheit ausfallen lassen, um für eine wichtige Klassenarbeit zu lernen. Dies macht er aber nur widerwillig. „Manchmal ringe ich mit mir selber, wie ich das alles schaffen soll, aber dennoch ist Ringen der beste Sport, den ich mir vorstellen kann.“

John Keterling, Laurenz Harrer und Marit Thomas | Klasse 9b
Heisenberg-Gymnasium Karlsruhe