Kunstrad oder Einrad fahren erfordert viel Übung. | Foto: Adobe Stock

Markgraf-Ludwig-Gymnasium

Die Vielfalt des Kunstradsports

Kunstradfahren, hierbei handelt es sich um eine artistische Form des Radsports in der Halle mit speziell angefertigten Rädern. Der Leistungssport kann in Einzel-, Zweier-, Vierer- und Sechsergruppen ausgeführt werden.

Das günstigste Einstiegsalter liegt zwischen fünf und sieben Jahren, sobald das Radfahren beherrscht wird. Bei Interesse ist ein späterer Einstieg in den Sport möglich, in diesem Fall gilt es im Internet nach einem Verein in der Nähe zu schauen.

Viel Training ist nötig

Durch wöchentlich mehrfaches Training werden Übungen für das Wettkampfprogramm perfektioniert. Dieses Programm beinhaltet 25 Übungen die innerhalb von fünf Minuten mit vorab festgelegter Reihenfolge zu absolvieren sind. Jede Übung enthält eine maximale Punktzahl und mit der Summe aus den einzelnen Übungen startet man in den Wettkampf. Die Fehler werden von den Kampfrichtern beim direkten Wettkampf von der Gesamtsumme abgezogen.

Die Zeit in Sporthallen weitet sich auf das Wochenende mit regelmäßigen Wettkämpfen und Lehrgängen auch mit anderen Vereinen aus.

Der Sport ist nicht günstig durch das häufige Nutzen von Sporthallen, das Startgeld für Wettkämpfe, aber auch die speziell angefertigten Kunsträder und Lehrgänge sind Teil der Kosten.

Für den Sport braucht man ein spezielles Rad

Der spezielle Aufbau eines Kunstrads ist geprägt durch den Sattel ähnlich wie eine Sitzschale und fehlende Bremsen – wer rückwärts in die Pedale steigt wird von alleine langsamer und durch die 1:1 Übersetzung gibt es keinen Leerlauf.

Neben der körperlichen Anstrengung liegt die Schwierigkeit des Sports darin, sowohl den Überblick als auch die Koordination zu bewahren. Auch Konzentration, die Fähigkeit mehrere Sachen gleichzeitig auszuführen, Feinabstimmung und Rücksichtnahme auf andere sind Voraussetzung und Folge des Sports.

Meine Erfahrungen in meinem Verein begannen 2012 erstmals im Einradsport. Durch den geringeren Kraftaufwand im Einrad ist der Wechsel zum Kunstrad einfacher. 2014 erfolgte der Wechsel auf das Kunstrad. Diese Phase endete durch den Einstieg in ein Vierer-Einrad im Jahr 2015. In demselben Jahr fuhr ich meinen ersten Wettkampf im Einrad. Im Jahr 2016 folgte auch eine Vierer-Mannschaft im Kunstrad und das weitere Trainieren im Einrad.

Viele erfolgreiche Wettkämpfe gemeistert

Ein Jahr später 2017 dann die erste Deutsche Meisterschaft meines Lebens, an der ich selbst teilgenommen habe. Es wurde das erfolgreichste Jahr meiner Sportlerkarriere mit dem Deutschen-Meister-Titel im Vierer-Einrad und siebten Platz im Vierer-Kunstrad. Im Jahr nach dem großen Erfolg und weiteren Wettkämpfen und einer Deutschen Meisterschaft löste sich die Mannschaft auf. Meine Fokussierung erfolgte immer weiter auf das Kunstrad durch das schon Erreichte im Einradsport.

Im Jahr 2019 orientierte ich mich auf die Junioren eine Altersklasse höher. Durch die fehlende Mannschaft entstand ein Sechser-Einrad und Sechser-Kunstrad in der höheren Altersklasse. Dieser Wechsel war nicht einfach, da es eine große Veränderung war und eine Umgewöhnung, sich auf neue Sportler einzulassen.

Doch trotzdem gingen wir in der Juniorenklasse wieder bei einer Deutschen Meisterschaft an den Start. Im Frühjahr 2019 entstand durch den späten Einstieg eines neuen Vereinsmitgliedes wieder eine Vierer-Einrad Mannschaft. Auch hier war es nicht einfach, sich an die neue Situation zu gewöhnen, aber die Freude darüber, wieder in einem Vierer-Einrad starten zu können überwog. Ab Sommer 2019 konnte ich verletzungsbedingt nicht trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen. Ab Januar 2020 erfolgte nach viel Physiotherapien langsam das Training wieder.

Kein Training wegen Corona möglich

Von März bis Mai 2020 konnte durch die ungewisse Situation in Blick auf die Corona-Pandemie kein Training durchgeführt werden. Ab Mai startete das Training erstmals nur, um zusammen Kraft wiederaufzubauen ohne Kontakt zu anderen Personen. Später erfolgte die Genehmigung, mit Maske Sport zu machen, da die Situation immer noch unklar war. Nur mit begrenzten Berührungen oder nur mit Holzstäben, die jeweils zwei Personen festhielten, konnte das Training durchgeführt werden.

Auch diese Vorschriften wurden wieder gelockert und durch eine Sondergenehmigung trainierte der Verein bis jetzt ab Mai durchgehend. Die Wettkampfsituation in Blick auf 2021 ist immer noch schwierig und wahrscheinlich nicht durchführbar. Doch wir hoffen alle, die aktiv im Kunstradsport sind, auf eine gute und wettkampfgeprägte Saison.

Anne Strohmeier | Klasse 9b
Markgraf-Ludwig-Gymnasium Baden-Baden