Tanzen macht in der Gruppe besonders viel Spaß. | Foto: Adobe Stock

Markgraf-Ludwig-Gymnasium

“Das Leben ohne Tanz ist für mich unvorstellbar”

„Tanzen hat meine Jugend geprägt“, berichtet Sophie (22 Jahre alt) in einem Interview, welches Ende Januar stattfand. Ihre Tanzkarriere fing im Alter von neun Jahren an. Sie hat, bevor sie mit dem Tanzen anfing, lange geturnt. Dabei kam es jedoch häufig zu Verletzungen, weshalb sie mit dem Ballett anfing. „Anfangs habe ich Ballett sehr gerne getanzt, jedoch wurde mir im Laufe der Zeit die Technik zu streng.“

Sophie liebt das Gefühl der Bewegung und mag es, in einer Gruppe zu tanzen: „Ich war noch nie ein Mensch, der gerne alleine tanzt und unter dem ständigen Konkurrenzdruck der anderen Tänzerinnen steht.“ Deshalb entschloss sie, zum Modern Jazz zu wechseln.

Tanzen in der Gruppe mag die Tänzerin besonders

Sophie ging zu Edi’s Dance, einer renommierten Tanzschule in Baden-Baden. Modern Jazz wurde im Laufe der Jahre zu ihrem liebsten Hobby. Es begeisterte sie, nicht alleine, sondern in einer Gruppe gemeinsam tanzen zu können. „Ich liebe es, meiner Trainerin zuzuschauen und ihre Choreographien auf meine Art und Weise nachzutanzen. Es ist ein erstaunliches Gefühl, sich im Spiegel synchron mit seiner Gruppe zu sehen“, beschreibt Sophie.

Neben dem Modern Jazz und dem Ballett führte sie noch weitere Tanzarten aus, wie zum Beispiel Hip Hop, Zeitgenössischer Tanz und Kontaktimprovisation. Auch beim Hip Hop war ihr der Konkurrenzkampf zu hoch. Letztendlich entschied sie sich, beim Modern Jazz zu bleiben.

Als Kinder mit dem Tanzen angefangen

Ab ihrem zwölften Lebensjahr nahm Sophie an vielen Turnieren teil. Sie stieg mit ihrer Gruppe in die Regionalliga auf. „Ich empfehle jedem, mit dem Tanzen anzufangen, am besten schon im frühen Kindesalter, da man dort die Wahrnehmung des eigenen Körpers kennenlernt, feinmotorisch sicherer wird und sich mit der Bewegung in einer Gruppe vertraut macht,“ beschreibt Sophie.

Die Schule durfte natürlich auch nicht zu kurz kommen, das war stets eine Frage des Zeitmanagements. Sie hatte drei- bis viermal zwischen 19 und 21 Uhr Training. „Ich hatte eine Abmachung mit meinen Eltern. Ich durfte nur ins Training, wenn ich alle meine Hausaufgaben erledigt hatte. So war die Motivation natürlich groß, da ich meine Gruppe nicht hängen lassen wollte,“ schildert Sophie.

Während des Abiturs und zu Beginn des Studiums hatte Sophie wenig Zeit, weshalb sie nicht mehr an Wettkämpfen teilnahm und nur noch einmal in der Woche zum Tanzen ging. „Hauptsächlich tanze ich nur noch aus Spaß, um mit Freunden zusammen tanzen zu können,“ erklärt sie.

Stipendium für eine Ausbildung

Sophie bekam im Alter von 17 Jahren an der Tanzschule Iwanson in München ein Stipendium für eine Tanzausbildung, jedoch nahm sie dieses nicht an, denn die Berufschancen und der Alltag einer Tänzerin überzeugten sie nicht. „Die ständige Konkurrenz während der Ausbildung und immer der Wunsch besser als die anderen zu sein, das war nicht so meins“, schildert sie. In ihren Augen ist eine Tanzkarriere sehr riskant. Einmal verletzt, hat man keine anderen Möglichkeiten mehr, da man auf einen gesunden Körper angewiesen ist.“

Momentan macht Sophie eine Ausbildung zur Physiotherapeutin. Ihr kam die Idee, damit vielleicht eine Tanzgruppe begleiten zu können, da einige Turniergruppen ihren eigenen Therapeuten bei den Turnieren dabei haben. „Auch ich war häufig während der Turnierphasen bei einem Physiotherapeuten in Baden-Baden. Ich kann mir total gut vorstellen, in dieser Rolle tätig zu sein, da ich dadurch dem Tanz verbunden bleibe.“

Frida Braun | Klasse 9b
Markgraf-Ludwig-Gymnasium Baden-Baden