Für die Teilnahme an Meisterschaften und Turnieren wie hier 2018 in Moosbach trainieren die Jugendlichen im Fechtverein TV Haueneberstein. | Foto: privat

Gymnasium Hohenbaden

„Angriff, Parade, Reposte trifft!“

Ich warte auf eine Aktion meines Gegners, in wenigen Augenblicken wird er seine Klinge auf mich richten und angreifen. Soll ich ihm zuvorkommen oder parieren? Ich entscheide mich für Zweiteres. Plötzlich stürmt er mit ausgestrecktem Arm auf mich zu. Ich reagiere blitzschnell, mit einer gekonnten Bewegung schlage ich sein Florett beiseite, starte einen Gegenangriff und stoße. Ein schrilles Pfeifen ertönt, ein weißes Licht leuchtet auf der Trefferanzeige auf. Der Obmann, eine Art Schiedsrichter, ruft: „Angriff, Parade, Reposte trifft, ungültig!“ Daneben, ich habe sein Bein erwischt! Was wie aus einer Szene eines Actionfilms klingt, ist für uns Realität – im Fechtverein TV Haueneberstein.

Einblick in die Welt des Fechtens

Hier trainieren wir jede Woche für die deutsche Fechtmeisterschaft. Wäre die oben beschriebene Situation ein Degengefecht gewesen, hätte der Treffer gegolten. Bei diesem ist der gesamte Körper Trefferfläche und eine andere Waffe wird verwendet: Der deutlich robustere und schwerere Degen. Beim Florett jedoch zählt nur ein Treffer auf den Rumpf, welcher durch ein elektronisches Oberteil, die sogenannte E-Weste erkennbar ist. Dabei verwendet man eine leichtere und filigranere Waffe, das Florett. Die dritte und letzte Fechtart wird Säbel genannt, sie hebt sich durch ihre einzigartige Hiebmotorik von den anderen Waffen ab, da Säbel reine Stoßwaffen sind. Dabei ist, ebenfalls wie bei dem Florett, ein elektrisches Oberteil nötig. Die Ausrüstung, welche alle Fechtarten gemeinsam haben, besteht aus einer Maske, einer Jacke, (welche sogar die Kugel einer kleinkalibrigen Schusswaffe aufhalten würde,) einer Unterziehweste, Handschuhen, einer Hose, Strümpfen und Schuhen.

Das Besondere am Fechten sind für uns die vielfältigen Möglichkeiten, in jedem Gefecht aufs Neue den Gegner anzugreifen oder sich zu verteidigen. Dabei wird der gesamten Körper ausgelastet, denn beim Fechten sind nicht nur die Arme, sondern auch die Beine gefragt. Bei der Beinarbeit kommt es vor allem auf schnelle und an den Gegner angepasste Bewegungen an. Auch kleine Rückschläge wie in der obigen Szene bringen uns nicht davon ab, weiterzukämpfen, immer entschlossen, den nächsten Treffer zu landen.

Fabian Engl, Moritz Janson | Klasse 9b
Gymnasium Hohenbaden