Familie, Haushalt und Beruf unter einen Hut zu bringen, kann ganz schön stressig sein, im Lockdown ganz besonders. | Foto: Adobe Stock

Goethe-Gymnasium Karlsruhe

Familienleben mal anders

Der kleine Sohn klettert bei seinem Vater auf den Schoß, doch der hat eigentlich keine Zeit, da er mitten in einer Videokonferenz ist. Kurz darauf rennt der kleine Junge wieder in sein Zimmer und spielt mit seiner Schwester, der Vater der Familie W. kann weiterarbeiten.

Es gibt gerade in der Pandemie viele neue Herausforderungen innerhalb der Familie, aber es gibt auch positive Seiten, meint der Vater.

Der Alltag muss im Lockdown neu gestaltet werden

Seit Monaten leben wir nun in der Pandemie und die Familien müssen sich in jedem Lockdown neu organisieren. Da die Kitas und Schulen geschlossen haben und eine Ausgangssperre gilt, müssen die Familien ihren Alltag neu gestalten. Familie W. schickt die Kinder für drei Tage pro Woche in die Notbetreuung und die restlichen Tage bekommen sie durch eine gute Zeitplanung und mit ein wenig Unterstützung der Großeltern gestemmt, auch wenn das manchmal nicht der ideale Weg sei.

Am meisten fehlten ihnen die sozialen Kontakte und der Urlaub, trotzdem zieht die Familie W. etwas Positives aus der Pandemie. Die Mutter stellt fest, dass man mehr Zeit für die Familie hat und mehr aufeinander eingestellt ist. Der Vater meint auch, dass man sich mehr auf das besinnt, was man hat und man lernt, ein wenig gelassener mit den Problemen im Alltag umzugehen.

Das Familienleben mit getrennten Eltern geht ebenso weiter. Die Töchter der Familie E./A. wechseln weiterhin zwischen Vater und Mutter. Der Alltag sieht weitgehend genauso aus wie vorher, nur dass die Mädels online Unterricht haben. Am meisten vermissen sie das Reisen, die spontanen Unternehmungen und ihre Großeltern. Einen positiven Aspekt, den sie in ihrer Familienkonstellation sehen, ist, dass es durch die zwei Orte ein wenig abwechslungsreicher sei. Auch sie erfahren in der Pandemie, dass Familie eine große Bedeutung hat und wie wichtig es ist, gut miteinander auszukommen.

Zu Corona-Zeiten ist ein Umzug viel stressiger

Familie S. steckt mitten in einem Umzug, mitten in der Pandemie. Die Söhne helfen beim Kistenpacken und erzählen, dass sie es sehr schade finden, sich nicht richtig von ihren Freunden verabschieden zu können. Sie hören und sehen ihre Mitschüler ein letztes Mal nur online und lernen ihre neue Klasse vorerst auch nicht vor Ort kennen, sondern nur durch die Videokonferenzen. In eine neue Gegend zu kommen und niemanden zu kennen, ist für die ganze Familie eine Herausforderung. Für die Eltern ist es auch nicht einfach, keinen persönlichen Abschied nehmen zu können und ein Umzug zu Corona-Zeiten muss anders geplant werden und ist stressiger. Doch ein großer Vorteil, den sie sehen ist, dass sie in eine andere Stadt ziehen und durch die Digitalisierung und Homeoffice ihren alten Job behalten können. Als Familie seien sie durch das noch fehlende soziale Umfeld viel stärker aufeinander angewiesen und hätten auch eine bessere und engere Bindung untereinander aufgebaut, meint der Vater.

So unterschiedlich die Lebenssituationen der Familien sind, von denen jede vor Herausforderungen steht, betonen doch alle, dass Familie sehr wichtig ist und wie sehr man in einer Pandemie auf sie angewiesen ist.

Hannah Assem | Klasse 9a
Goethe-Gymnasium Karlsruhe