Familie, Haushalt und Beruf unter einen Hut zu bringen, kann ganz schön stressig sein, im Lockdown ganz besonders. | Foto: Adobe Stock

Markgraf-Ludwig-Gymnasium

Familien im Dauerstress

Die Corona-Krise veranschaulicht deutlich, wie schwer die Situation für viele Familien in Deutschland ist, und wo der Schuh drückt. Früher war das Familienbild traditionell geprägt. Eine Familie bestand aus Vater und Mutter, die verheiratet waren, und zumeist vielen Kindern. Die Rollen waren klar verteilt. Der Mann war meist vollzeitbeschäftigt, die Frau kümmerte sich um Haushalt und Kinder. Oftmals lebten mehrere Generationen unter einem Dach.

Pandemie hat die Probleme in vielen Haushalten verschärft

Heute gibt es eine Vielzahl an Familienmodellen. Neben der klassischen Familie gibt es Patchwork-Familien, Alleinerziehende oder auch gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern. Dabei hat die Ehe keine große Bedeutung mehr. In der Familie leben nicht nur leibliche Kinder, sondern auch Stief-, Pflege- oder Adoptivkinder. Es gibt deutlich mehr Ein-Kind-Familien und Paare ohne Kinder. Die Menschen streben nach mehr Selbstständigkeit und Individualität. Das führt dazu, dass oft weite Entfernungen zwischen den Generationen bestehen. Der Kontakt ist weniger und dadurch der Zusammenhalt geringer. Die Entlastung, wie früher in der Großfamilie, fehlt, dadurch empfinden viele Familien Stress beim Bewältigen des Alltags von Beruf, Familie und Haushalt. Beide Elternteile versuchen gemeinsam, die Aufgaben zu bewältigen, ohne die Rollen klassisch zu verteilen.

Familien brauchen mehr Unterstützung

Die Kita- und Schulschließungen während des Lockdowns zeigen das Spannungsfeld sehr deutlich. Familienunterstützende Angebote haben im Alltag eine große Bedeutung. Nun sind die Eltern auf sich alleine gestellt und müssen Kinderbetreuung, Homeschooling und Haushalt bewältigen. Dazu bezieht Ankica Rukavina, die Leiterin des Scherer Kinder- und Familienzentrums in Baden-Baden Stellung: „Als Mehrgenerationenhaus bieten wir nicht nur institutionelle Angebote wie Kinderbetreuung, sondern fördern auch die Begegnung der Generationen.“ Dies sei besonders wichtig, wenn die Familien auf sich alleine gestellt sind. Familien sind wichtig für die Gesellschaft, daher sollten Kinder nicht als Stressfaktor empfunden werden. Nach der Corona-Krise sollten die Familien mehr Unterstützung erhalten.