Eine Familie sitzt im Lockdown auf dem Boden im Wohnzimmer und langweilt sich.
Fernsehen und Popcorn als Trost gegen die Langeweile. Der Lockdown ist besonders für Familien (Symbolfoto) eine Herausforderung. | Foto: samuel / Adobe Stock

Edith-Stein-Gymnasium

Wie eine Familie den Lockdown erlebt

Mich interessiert, wie eine Familie den Lockdown erlebt, was sie vermisst, was sie sich wünscht und worüber sie sich besonders ärgert und freut. Deshalb habe ich Frau Schmitt, einer berufstätigen Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern, während des zweiten Lockdowns einige Fragen gestellt.

Danke Frau Schmitt, dass Sie sich heute für mich und ein paar Fragen Zeit nehmen. Corona beschäftigt uns nun schon seit einem Jahr und die Schulen, sowie die Geschäfte und Freizeiteinrichtungen sind nun schon zum zweiten Mal geschlossen. Worüber ärgern Sie sich als Mutter in dieser Zeit am meisten?

Schmitt: Ich finde es für uns als Familie am schlimmsten, dass die meisten schönen Dinge und Sachen, die Spaß machen, nicht möglich sind. Vor allem jetzt im zweiten Lockdown konnte man draußen nicht viel unternehmen. Normalerweise gehen wir im Winter gerne ins Hallenbad, oder auch mal ins Kino. Das war jetzt nicht möglich.

Vermissen Ihre Kinder diese Sachen auch?

Schmitt: Ja. Sie haben sich auch öfters gelangweilt, waren traurig, ihre Freunde nicht treffen zu können. Und gemeinsame Unternehmungen der Familie machen den Kindern normalerweise viel Spaß. Es wurde auch immer schwieriger, sie für das Homeschooling zu motivieren, weil der Ausgleich fehlte.

Gibt es auch etwas, das Sie während des Lockdowns schöner fanden als sonst?

Schmitt: Ja. Manchmal war ich auch froh, dass viele der typischen Familientermine ausfallen mussten. Gerade vor Weihnachten gibt es sonst viele Feiern und Dinge, an die man denken muss – das ist weggefallen. Und ich muss auch nicht ständig zum Fußballplatz fahren.

Sie hatten also auch mehr Zeit für andere Dinge in der Familie?

Schmitt: Ja, wir haben viel öfters Spiele gespielt und gemeinsam alte Fotos angeguckt. Dafür hätten wir sonst nicht so viel Zeit gehabt.

Was hat ihre Familie im Lockdown besonders vermisst?

Schmitt: Ich glaube, am meisten haben uns unsere gemeinsamen Urlaube mit unserem Wohnwagen gefehlt. Und dass wir Familienfeste nicht wie sonst mit Omas und Opas feiern konnten. Das war vor allem an Weihnachten blöd.

Wie fanden Sie als Mutter das Homeschooling Ihrer Kinder?

Schmitt: Schon ziemlich anstrengend. Im ersten Lockdown konnten die Kinder noch nicht selbstständig drucken, scannen oder hochladen. Im zweiten Lockdown lief das schon besser. Leider hat dann die Motivation der Kinder immer mehr nachgelassen. Das war schon manchmal ganz schön anstrengend, Beruf, Haushalt, Familie und Homeschooling unter einen Hut zu bringen.

Sie freuen sich also, wenn die Schulen bald wieder öffnen?

Im Prinzip schon, ja. Es wäre für uns alle das Beste. Allerdings ist die Sorge vor einer Ansteckung in der Schule oder im Schulbus schon vorhanden. Und unsere Gesundheit ist mir natürlich auch sehr wichtig.

Was wünschen Sie sich für Ihre Familie am meisten für die Zeit nach dem Lockdown?

Schmitt: Ich wünsche mir, dass wir alle möglichst ohne großen Schaden die Zeit hinter uns lassen können und wieder unser altes Leben zurückbekommen.

Matteo Müller | Klasse 8d
Edith-Stein-Gymnasium Bretten