Freilichtbühne Volksschauspiele Ötigheim
Umsonst geprobt hatten die Mitwirkenden der Volksschauspiele Ötigheim im vergangenen Jahr. Die ausgefallene Saison brachte die VSÖ in große Finanznot. | Foto: Lucia Paparoni

Heisenberg-Gymnasium

Volksschauspiele gerettet

Es herrscht große Aufregung. Leute laufen hin und her und machen sich auf ihre Auftritte bereit, Kinder und Jugendliche rennen auf dem Schotter des Hofes herum, der im Backstage-Bereich mit einem kleinen Casino für gute Stimmung sorgt, und spielen Fangen. Massenweise Bier und Cola fließen die Kehlen der Leute hinunter, die es sich auf den Bänken unter den Schattenplätzen gemütlich gemacht haben. Die Stimmung ist einfach gut und jeder ist gespannt auf die Reaktionen der Zuschauer.

Corona stürzte die Freilichtbühne in Finanznot

Nur im vergangenen Jahr nicht: 2020 war es wegen Corona nicht möglich, dass die 4.000 Plätze der Freilichtbühne gefüllt waren und die rund 1.300 Mitwirkenden auf und hinter der Bühne agieren durften. Gähnende Leere spielte sich auf den sonst so befahrenen Parkplätzen ab, die meistens so voll sind wie Parkplätze vor einem riesigen Fußballspiel.

Den VSÖ fehlten daraufhin rund 750.000 Euro, um ihr Programm, das 2020 nicht stattfand, zu bezahlen. Normalerweise reichen die Einnahmen aus den Eintrittskarten aus, doch was tun, wenn es keine Konzerte gibt? Denn für viele bedeutet die Arbeit auf dem Tellplatz nicht nur Spaß und Vergnügen, sondern auch ihren Lebensunterhalt. Wegen Covid-19 waren nicht nur die Laiendarsteller, die mit Herzblut auf der Freilichtbühne tanzen, singen und schauspielern spürbar besorgt, vor allem auch die Menschen, die von dem Geld der Auftritte leben, waren sehr in Stress, denn für sie bedrohte die Pandemie ihre Existenz.

Zuschüsse und Spenden bewahrten vor der Insolvenz

Dank vieler Spenden und Zuschüsse konnten die VSÖ vor der drohenden Insolvenz gerettet werden. Die Konzertkarten, die ursprünglich für den Theatersommer 2020 gedacht waren, bleiben gültig für den Sommer 2021. Durch die Aufnahme in ein Modellprojekt des Landes dürfen die Volksschauspiele mehr Zuschauer begrüßen als nach der Corona-Verordnung erlaubt wären. Gespielt werden in diesem Jahr „Das Haus in Montevideo“, „Der kleine Horrorladen“ sowie „Max und Moritz“.

Annabell Paparoni | Klasse 9b
Heisenberg-Gymnasium Karlsruhe