Reiten ist auch während Corona erlaubt. Unterricht durfte allerdings nicht stattfinden. | Foto: Adobe Stock

Markgraf-Ludwig-Gymnasium

Viel Arbeit, aber wenig Einnahmen im Reitstall – wegen Corona

Da, wo normalerweise zahlreiche Kinder herumspringen, mit Löwenzahn und Heu die Pferde füttern, das kleine Amazon-Pony Pumuckel streicheln oder die nächste Gruppe an Reitschülerinnen ihre Pferde satteln, steht jetzt am Eingang zum Reitstall ein Schild: „Zugang aufgrund Corona für Unbefugte verboten.“ Dass sich alle daran halten, ist schnell erkennbar, denn nur einzelne Angestellte sind auf dem Hof unterwegs. Die Pflege und Versorgung der Pferde müssen unabhängig von der Pandemie sichergestellt sein.

Reiten ist weiter erlaubt

Trotz des Verbotes ist Reiten möglich. Die Corona-Verordnung des Landes sieht den Einzelunterricht im Freien vor. Beim Einzelunterricht muss der Reitschüler auf seine Gruppe und das soziale Miteinander verzichten und auch die Kosten für die Reitstunden sind deutlich höher. Allerdings sind auch Vorteile zu verbuchen, da der Reitlehrer auf die speziellen Voraussetzungen des Schülers besser eingehen und diesen gezielt fördern kann.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Einnahmen zum Erhalt des Betriebes vorhanden sind. Dem Reitstall ist durch den Lockdown seine Haupteinnahmequelle, nämlich die Reitkurse, weggefallen und das, obwohl die Ausgaben für Futter, Tierarzt und Beschäftigte weiterhin bestehen. Der Stall hofft durch Angebote, wie fünf Mal Reiten und nur vier Mal Zahlen, zumindest seine Ausgaben decken zu können. Investitionen oder Renovierungen der Ställe müssen erst einmal hintenanstehen.

Bedürfnisse der Pferde werden oft vergessen

Unbeachtet bleiben häufig die Bedürfnisse der Pferde. Hier sind sich erfahrene Reiter einig: Auch Pferde haben den Wunsch nach Kontakten zu Menschen, zum Ausritt und zu Beschäftigung. Sie sind der Überzeugung, dass die Pferde ebenso unter der Situation leiden wie ihre Reiter. Sie zollen ihren Pferden vor und nach den Reitstunden besonders viel Aufmerksamkeit.

In der Arbeit mit Tieren wird deutlich, dass man nicht einfach den Betrieb für einen Lockdown herunter- und später wieder hochfahren kann. Hier bedarf es Verantwortungsbewusstsein und kreative Lösungen zu entwickeln. Einzelreitstunden sind ein wichtiger Beitrag zum Erhalt dieser Sportart. Aber auch politische Konzepte sind gefragt.

Jana Bailer | Klasse 9b
Markgraf-Ludwig-Gymnasium Baden-Baden