Der Ball ruht während Corona
Lockdown auf dem Fußballplatz: Wegen der Corona-Pandemie war der Amateursport über viele Monate lahmgelegt. | Foto: steevy84 / Adobe Stock

Markgraf-Ludwig-Gymnasium

Fit fürs Hobby – auch während der Pandemie ?

Das Jahr 2020, ein ganz besonderes, das nicht nur in Bezug auf die Wirtschaft, sondern vor allem in Hinsicht auf den Sport ein ganz anderes ist. Leere Stadien und das Absagen von Fußballspielen aufgrund zu vieler Corona-Erkrankten gehörten und gehören immer noch zum Alltag der Pandemie. ‚,Daran möchte man sich nicht gewöhnen‘‘, bringt es Thomas Müller auf den Punkt und bezieht sich somit auf die aktuellen Zustände, die im Spitzensport vorherrschen. Doch was ist mit den Amateuren, die keine Möglichkeit haben, ihren Leistungssport auszuüben?

Während in den höchsten Spielklassen der Ball weiterhin rollt, rückt der Restart bei den Amateuren immer weiter ins Ungewisse. ,,Wir können unseren Vereinen erst neue Infos geben, wenn wir wissen, wann die Sportplätze wieder geöffnet werden. Und genau das ist ja momentan nicht absehbar“, sagt Thomas Palapies, der Mitarbeiter in der Presseabteilung des Fußballverbandes Niederrhein. Durch aktuell sinkende Infektionszahlen nähert sich der Restart des Spielbetriebs bei den Amateuren zwar wieder an, so ist jedoch das Vorgehen ein Rätsel, was den Verbänden erlauben würde, die Saison weiter fortzuführen.

Doch nicht nur im Fußball ist dieses nicht gelöste Problem vorhanden. ,,Die unbefriedigende Situation macht auch uns derzeit ratlos“, räumt Michael Schirp, Pressesprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes ( DOSB ) ein. Somit sind jegliche Sportarten und eben auch jene Hobbys betroffen, welche von Millionen Menschen tagtäglich ausgeführt wurden, bevor die Pandemie den Sport in ihre Klauen nahm.

Sportliche Aktivitäten in der Familie sind gestiegen

Somit mussten Alternativen her, weshalb sich während der Pandemie zwei deutlich erkennbare Trends entwickelt haben, die dazu führten, dass es zu einem Anstieg der sportlichen Aktivität kam, obwohl öffentliche Einrichtungen wie Sportplätze gesperrt und der Vereinssport komplett lahm gelegt wurde. Zum einen ist das Maß an Sport innerhalb der Familie gestiegen. Laufeinheiten oder Fahrradtouren mit der Familie, aber auch die Neuentdecker sportlicher Aktivitäten sind für diesen Anstieg verantwortlich. Zum anderen haben vor allem die digitalen Angebote enorm an Zuwachs gewonnen. Im Endeffekt scheinen sich vor allem Jugendliche mehr zu bewegen als noch vor der Pandemie, trotz des Ausfalls des organisierten Sports. Durch das Ausfallen des Vereinssportes dominieren aktuell die Individualsportarten, wie Joggen, Radfahren oder Homeworkouts. ,,Für das Hobby fit halten‘‘, lautet hierbei die Devise vieler Vereinssportler. Dieser Anstieg an sportlicher Aktivitäten lässt sich zudem mit der sogenannten MoMo-Studie erklären, die die motorische Leistungsfähigkeit sowie die körperlich-sportliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen erfasst. Diese besagt, dass im Vergleich zum letzten Jahr rund 16 Prozent mehr Kinder und Jugendliche der Empfehlung der WHO für körperliche Aktivität entsprachen, womit man bei einem Anteil von 31 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland angelangt ist.

Individualsport auf Dauer keine Lösung

Natürlich ist das Treiben von individuellem Sport auf Dauer keine Lösung für Vereinssportler, da schlicht und ergreifend das Zwischenmenschliche und die sozialen Kontakte mit der Mannschaft fehlen, meint auch Prof. Dr. Ahmet Derecik, Professor im Bereich Sport und Gesellschaft an der Universität Osnabrück.

Somit können die Vereinssportler im Amateurbereich nur auf ein baldiges Ende dieser Pandemie hoffen, um ihr Hobby so früh wie möglich wieder durchführen zu können.

Eliah Bähr | Klasse 9a
Markgraf-Ludwig-Gymnasium Baden-Baden

*Der Artikel entstand im Frühjahr mitten im Lockdown. Mittlerweile gibt es auch im Amateursport Lockerungen.