Familie auf Abstand: Gerade für Kinder ist das nicht immer einfach. | Foto: Adobe Stock

Markgraf-Ludwig-Gymnasium

Familienalltag in der Pandemie

Zum Thema Familien in Corona wurden drei Personen einer Familie in verschiedenen Altersgruppen interviewt. So lassen sich die verschiedenen Eindrücke und Sichten vergleichen:

Jana (eine berufstätige Mutter, 43 Jahre alt), Julia (Schülerin, 17), Mario (Kindergartenkind, 5)

Wie sieht jetzt dein Alltag aus?

Julia: Gerade verbringe ich meine Zeit eigentlich ausschließlich mit Schule, mit der Familie und engsten Freunden.
Mario: Ich bleibe gerade Zuhause mit meiner Familie und bin viel draußen.
Jana: Ich gehe zwar noch arbeiten und einkaufen, aber bleibe sonst, wenn es geht, daheim.

Wie hat sich dein Leben im Vergleich zu vorher verändert?

Julia: Vorher hatte ich einen festen Tages- und Wochenablauf mit Hobbys, Schule, Freunden und Terminen. Da die Hobbys und die Treffen mit den Freunden weggefallen sind, muss man sich sozusagen Ersatz suchen wie zum Beispiel Fahrrad fahren. Zudem verbringe ich jetzt natürlich auch mehr Zeit mit der Familie.
Mario: Ich gehe nicht mehr in den Kindergarten, treffe mich nur noch selten mit meinem besten Freund draußen und halte Abstand zu Verwandten.
Jana: Ich treffe mich nicht mehr mit Freunden, gehe auf keine Geburtstagsfeiern mehr und halte Abstand zu allen Menschen außerhalb der Familie. Mit meiner Mutter treffe ich mich nur noch im Freien oder  halte telefonisch Kontakt.

Welche waren anfangs deine größten Probleme?

Julia: Am Anfang war es schwierig sich auf den ungewohnten Alltag einzustellen und Abwechslung vom Schulalltag zu bekommen. 
Mario: Ich fand es anfangs schwierig Abstand zu meinen Freunden zu halten.
Jana: Alltag ohne Kindergarten und Schule zu organisieren. Die technischen Voraussetzungen zu schaffen, damit wir alle beruflich und schulisch von Zuhause aus arbeiten können. Außerdem musste ich mir überlegen, was unser vielköpfiger Haushalt zum Leben oder überleben benötigt. Die Unsicherheit, welche Geschäfte noch schließen müssen und welche weiteren Einschränkungen noch kommen würde, machte mir auch Sorgen.

Was vermisst du am meisten?

Julia: Ich vermisse das gemeinsame Miteinander. Man macht nicht mehr viel zusammen und wenn, dann mit Abstand.
Mario: Am meisten vermisse ich es Freunde im Kindergarten und auf dem Spielplatz zu treffen.
Jana: Ich vermisse das Miteinander im Verein, die Dorffeste und mich mit meinen Freundinnen zu treffen.

Worin siehst du das Hauptproblem von Familien? Auch bezogen auf deine.

Juila: Ich denke das Hauptproblem ist, dass wenn man so lange von der Außenwelt regelrecht isoliert ist, schneller gereizt ist und sich gegenseitig auf die Nerven geht.
Jana: Es ist schwer Ruhe und Erholung zu bekommen, wenn die ganze Familie daheim bleibt. Vor der Pandemie hatte man ja immer mal ruhige Momente, wenn die Kinder bei Freunden oder zum Sport im Verein waren.

Inwiefern belastet die Coronapandemie immer noch?

Julia: Obwohl es schon mittlerweile Alltag ist und man sich daran gewöhnt hat, ist es doch schwierig geduldig zu warten auf Lockerungen und motiviert für die Schule zu arbeiten.
Mario: Ich darf nicht in den Kindergarten, wegen Corona.  Obwohl alle aus meiner Familie zuhause sind, muss mich oft selbst beschäftigen. Meine Eltern und Geschwister machen viele Arbeiten von zu Hause aus und das auch am Wochenende.
Jana: Die Kinder zu motivieren, konzentriert und sorgfältig die Aufgaben der Schule zu erledigen, einen Fünfjährigen sinnvoll zu beschäftigen, auf Arbeit seinen Beitrag leisten gut durch diese Zeit zu kommen und das über so viele Wochen kostet schon viel Kraft und Energie.

Welche positiven oder negativen Folgen siehst du für dich und deine Familie?

Julia: Ich finde die Zeit hat unseren Zusammenhalt gestärkt und die Selbstständigkeit. Allerdings finde ich, dass auch das viele Zusammensein mehr Streitigkeiten als sonst ausgelöst hat.
Mario: Ich finde es toll, dass wir mehr Zeit miteinander verbringen konnten und mein Papa jetzt viel zu Hause ist.
Jana: Es war schön mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, auch wenn es manchmal anstrengend war. Nach Corona werde ich es mehr schätzen, Zeit mit Freunden zu verbringen.

Anna Leuchtner | Klasse 9a
Markgraf-Ludwig-Gymnasium Baden-Baden