Oft wird unbewusst im Internet nach Informationen gesucht. | Foto: bilderbox.com

Humboldt-Gymnasium

Weniger Smartphone für mehr Klimaschutz

Es passiert mir oft, dass ich im Internet etwas nachschlage oder mich über aktuelle Ereignisse informiere, ohne davor zu überlegen, ob das unbedingt notwendig ist. Denn mir war es nie wirklich bewusst, welche Nachteile es hat, etwas im Internet zu recherchieren. Bis ich neulich auf Zahlen gestoßen bin, mit denen ich, ehrlich gesagt, nicht gerechnet hätte und die mich zum Nachdenken gebracht haben: Ich fand heraus, dass man mit einer einzigen Internetsuche 0,2 Gramm CO2 verbraucht. Wenn man jetzt bedenkt, dass pro Sekunde ungefähr 45 000 Suchanfragen im Internet getätigt werden, macht das umgerechnet einen CO2-Ausstoß von fast 500 Kilogramm pro Sekunde. Dafür könnte man 2600 Kilometer mit dem Auto fahren. Und das in nur einer Sekunde.

Ungeahnter CO2-Ausstoß

6,5 Kilometer könnte man sogar mit dem Auto zurücklegen, wenn man 30 Minuten lang Musik streamt. Ich glaube, dass diese Tatsache vielen gar nicht bewusst ist, die im Internet unterwegs sind, um sich Langeweile zu vertreiben oder sich zu amüsieren. Aber Suchanfragen verbrauchen Energie, genauso wie das Ansehen von Videos, das Hochladen von Fotos, das Anhören von Songs, jeder Tweet oder jede Chat-Nachricht. Es verbraucht Energie, denn die Smartphones müssen geladen werden, Rechner und Router verbrauchen Strom, die Rechenzentren, in denen die Server stehen, die uns die Daten anbieten, verbrauchen ebenfalls Strom, sowie die Klimaanlagen, die in den Rechenzentren die Server kühlen müssen. Der CO2-Ausstoß entsteht also deshalb, weil unglaubliche Mengen an Energie verbraucht werden, die zum größten Teil aus fossilen Brennstoffen stammen.

Hochrechnungen erschreckend 

Bei diesen Zahlen möchte ich gar nicht daran denken, wie viele Menschen – besonders auch Jugendliche wie ich – jeden Tag lange Zeit im Internet verbringen. Meiner Meinung nach sollten wir unseren digitalen Konsum beschränken und uns vor jeder Internetsuche bewusst werden, dass wir damit CO2 erzeugen. Wir sollten darüber nachdenken, ob es wirklich nötig ist, dieses Video zu schauen oder zum Zeitvertreib stundenlang mit anderen zu chatten. Auch wenn es vielleicht für jeden einzelnen wenig erscheint, sieht man, welche unglaublichen Mengen zusammenkommen, wenn man den digitalen Konsum in Deutschland pro Jahr betrachtet. 33 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß sind es alleine nur in Deutschland und nur innerhalb eines Jahres. Wenn man den Voraussagen für das Jahr 2020 glauben kann, werden die Zahlen der CO2-Emissionen durch das Internet doppelt so hoch sein wie die des globalen Flugverkehrs. Hochgerechnet auf das Jahr 2030 wird die Menge an Energie, die durch den digitalen Konsum verbraucht wird, ein Drittel der weltweiten Stromversorgung benötigen.

Sich selbst hinterfragen

Deshalb sollte oder müsste jeder darauf achten, diese enormen Zahlen nicht weiter in die Höhe zu treiben. So habe ich zum Beispiel auch herausgefunden, dass alleine durch das Löschen von E-Mails der CO2-Ausstoß reduziert werden kann. Wenn weltweit jeder Mensch elf Mails pro Tag löschen würde, könnten 91.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr eingespart werden. Mit dieser einfachen Sache kann man so viel bewirken…

Deshalb sollten alle mitmachen, auch wenn der Schritt hin zum Klimaschutz auch noch so klein aussehen mag, denn es ist wichtig, dass jeder etwas tut!

Milena Eichert | Klasse 10a
Humboldt-Gymnasium