Gymnasium Hohenbaden

Weitsichtiges Denken oder doch nur Schwänzen?

„80 Prozent der Schüler nutzen FFF-Demonstrationen als Gelegenheit, die Schule zu schwänzen.“ Dies ist die Einschätzung eines Befragten, der den Fridays for Future-Demos kritisch gegenübersteht und repräsentativ für die Meinung einiger Menschen ist.

Hierbei gehen allerdings die Meinungen in der Gesellschaft auseinander: Eine Umfrage des Portals finanztip.de hat ergeben, dass von 4.150 Befragten nur rund acht Prozent der Meinung sind, dass die Demonstrationen eine Ausrede zum Schulschwänzen sind.

Aufmerksamkeit durch Abwesenheit

Natürlich muss beachtet werden, dass es immer Menschen gibt, die solche Situationen ausnutzen, in diesem Fall, um Unterricht zu schwänzen. Es ist aber wichtig, dieses Verhalten nicht auf das allgemeine Meinungsbild und alle Schüler zu übertragen. Man darf nicht vergessen, dass diese Veranstaltungen eigentlich Streiks sind, welche durch die Abwesenheit der Schüler in der Schule Aufmerksamkeit erregen und Druck auf die Regierung ausüben sollen. Viele Schüler, die zu Demonstrationen während der Schulzeit gehen, erwartet zudem eine Strafe. Trotz dieser Konsequenzen hält es die meisten nicht davon ab, an Streiks teilzunehmen. 

Die meisten Schüler bevorzugen es sogar, wenn Demonstrationen in ihrer Freizeit abgehalten werden, um das Gerücht aus der Welt zu schaffen, dass sie nur zum Schulschwänzen zu Demonstrationen gehen. Außerdem sind sich viele Schüler bewusst, dass sie bei wöchentlicher Teilnahme an den Streiks selbst Schwierigkeiten bekommen, den Schulstoff nachzuholen. Deshalb gehen viele nur ab und zu dorthin, um trotzdem ihre eigene Bildung nicht zu gefährden.

Jeder trägt die Verantwortung

Darüber hinaus lebt ein Großteil der Menschen mit der Einstellung, dass man sich nicht einbringen muss, da dies genug andere tun oder sie selbst keine Hoffnung auf Erfolg in diese Streiks setzen. Wenn man diesen Gedanken weiterführt, kommt man zu dem Schluss, dass sich niemand kümmert. Auch dagegen möchten wir Schüler vorgehen und betonen, dass wir eine Klimakrise nur durch Zusammenarbeit und Handeln jedes Einzelnen verhindern können. Deshalb sehen es viele Menschen als ihre Verantwortung, an den Demonstrationen teilzunehmen und damit auch der Regierung und Mitmenschen zu zeigen, dass sie für ihre Zukunft kämpfen sollen. Das Ziel ist es, auf die klimapolitischen Missstände hinzuweisen und dies können Jugendliche am besten verdeutlichen, wenn sie durch Fehlen in der Schule darauf aufmerksam machen.

Auch in der Politik ist die Frage, ob Schüler nur zum Schwänzen zu Demonstrationen gehen, stark umstritten. Mehrere Parteien äußern sich kritisch zu diesem Thema. Doch wie bereits erwähnt, sind sich die meisten Schüler dessen bewusst und versuchen, nicht jede Woche freitags in der Schule zu fehlen, sondern ein angemessenes Maß zu finden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kritisiert, dass es glaubwürdiger wäre, wenn Schüler und Schülerinnen in ihrer Freizeit zu den Protesten gehen würden. Allerdings ist eben fraglich, wie viel Aufmerksamkeit Jugendliche so erreicht hätten.

Es ist eine Gradwanderung

Aus dem Grund, so viel Aufmerksamkeit wie möglich zu bekommen, fehlen wir in der Schule, um für unsere Zukunft und unseren Planeten zu kämpfen. Des schmalen Grats, auf dem das alles steht, sind wir uns bewusst und es wäre nicht weitsichtig von uns, Unterricht für Freizeit zu schwänzen, statt uns für diese gute Sache, unser aller Zukunft, auch die der Erwachsenen, stark zu machen und zu demonstrieren.

Diana Ginzburg, Sophia White, Jasmin Lauer, Paulina Stolpe| Klasse 9
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