Viele Waren sind noch in Plastik verpackt. Bei den Einkaufstüten gibt es Alternativen. | Foto: bilderbox.com

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Warum Stoffbeutel doch nicht so gut sind, wie alle denken

Wer behauptet, dass man mit Stoffbeuteln zum Klimaschutz beiträgt, liegt leider nur bedingt richtig! Ein Jutebeutel muss mindestens 131 Mal benutzt werden, um die gleiche Klimabilanz wie eine Plastiktüte zu erreichen. Das liegt daran, dass die meisten Jutebeutel aus Baumwolle sind und bei der Verarbeitung Pestizide und viel Wasser benötigt werden. Aber wer weiß das schon?

Zauberwort: Wiederverwendung 

Die Papiertüte ist jedoch auch keine gute Alternative, zwar ist diese biologisch abbaubar oder kann recycelt werden, meist kommen aber auch hier umweltschädliche Chemikalien, wie Natronlauge, Sulfite und Sulfate zum Einsatz. Des Weiteren ist die Produktion wasser- und energieaufwendig.

Aber was sagen denn die Großen der Industrie zu der Problematik? ALDI-Regionalleiterin Vera Konrad berichtete im persönlichen Gespräch, dass nahezu alle Plastikbeutel komplett abgeschafft wurden und solche nur noch gegen Geld zu erwerben wären.

Wir merken auch tagtäglich, dass die Nachfrage an Plastiktüten sinkt

Vera Konrad

Sie führte fort, „viele bringen auch schon ihre eigenen Verstauungsmöglichkeiten mit.“  Des Weiteren achtet man bei ALDI auch darauf, dass in den Obst- und Gemüseregalen kein unnötiges Plastik verwendet wird. Seit geraumer Zeit sollen Obst und Gemüsenetze im Einsatz sein.

Obwohl Deutschland im EU-weiten Vergleich sehr gut abschneidet, benutzt trotzdem jeder Deutsche jährlich fast die doppelte Menge der vorgegebenen EU-Richtmenge an Plastiktüten, laut EU-Plastikkommission verwendet jeder Deutsche im Durchschnitt 71 Plastiktüten im Jahr. Hier nimmt Irland eine Vorbildfunktion ein, hier werden gerade einmal 18 Tüten im Jahr pro Person verbraucht. 

Jutebeutel muss konsequent genutzt werden

Aber was ist denn nun die beste Alternative zu den Plastiktüten? Im Moment gibt es noch keine umweltfreundliche Variante, die gleichzeitig auch allen Benutzeranforderungen in puncto Handhabbarkeit und Design entspricht. Eine Variante wäre, alte Kleidungsstücke zu einer Selfmade-Tasche zu verarbeiten. Dies spart nicht nur Geld, sondern ist auch umweltfreundlich und kreativ. Am wichtigsten aber ist es eigentlich, den Beutel, egal welche Variante, möglichst ausdauernd zu benutzen. Wer einen Jutebeutel nutzt, macht nichts falsch, solange dieser konsequent im Einsatz ist und so hilft man auf jeden Fall der Umwelt. 

Nejla Terzic | Klasse 9c
Thomas-Mann-Gymnasium Stutensee