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Humboldt-Gymnasium

Sportschießen – nicht brutal, sondern genial

Schießen als Hobby zu haben ist eher ungewöhnlich. Ich kenne nicht viele Leute, vor allem in meinem Alter, die überhaupt schon einmal eine Waffe in der Hand gehalten haben. Wenn man nichts über den Sport weiß, ist es sicherlich komisch zu hören, dass es nicht nur aus Zielen und Abdrücken besteht. Es ist ein wenig anders, als man es sich vielleicht vorstellt.

Ganzer Körper im Einsatz

Schießen ist ein Leistungssport, bei dem man auf viele Sachen gleichzeitig achten muss. Von der Ausrichtung der Füße bis zur Atmung gibt es zahlreiche Faktoren, die entscheiden können, ob man eine Zehn, die Mitte der Scheibe, oder eine Sieben schießt. Auch zur Ausstattung gehört einiges. Gewehrschützen haben spezielle Kleidung, die Stabilität liefert, um besser zielen zu können. Neben einem Stativ, das zum Ablegen des Gewehrs benötigt wird, ist da natürlich noch das Wichtigste: die Waffe selbst.

Professionelle Gewehre auf dem neusten Stand können mehrere tausend Euro kosten. Auch der Rest der Ausstattung ist nicht sehr günstig, also muss man einiges an Geld ausgeben, wenn man Schießen als Leistungssport betreiben möchte. Eine günstigere Option ist das Beitreten in Schützenvereine, die es in Deutschland unerwartet oft gibt. Dort kann man oft die Gewehre des Vereins zum Training benutzen.

Zeit und Willen investieren

Ich selbst trainiere momentan einmal in der Woche. Eine Zeit lang war ich außerdem im Leistungskader, wo man oftmals ein ganzes Wochenende lang trainiert oder an Wettkämpfen teilnimmt. Dazu muss man neben praktischem Training einiges in der Theorie lernen, um zu verstehen, wie man das bestmögliche Ergebnis erreicht und das Gelernte umsetzt. Um also auf die Deutschen Meisterschaften oder in den Kader zu kommen, muss man oft trainieren und Zeit investieren, Ehrgeiz und Willen haben.

Gegensatz zum Alltag

Weil Schießen ein Konzentrationssport ist, ist genau das auch wichtig – Konzentration. Ruhe bewahren, tief zu atmen und das ignorieren, das um einen herum passiert. Das ist vor allem bei Wettkämpfen wichtig, wenn man noch zusätzlich nervös ist und beobachtet wird. Der Grund, weshalb mir dieses Hobby ungemein Spaß macht, ist genau dieser Fokus und die Komplexität des Schießens. Theorie ist für mich genau so interessant wie Schießen selbst, die verschiedenen Dinge zu kennen, die das Ergebnis beeinflussen können. Schießen lässt einen den Rest um sich herum eine Weile vergessen. Und die größten Glücksmomente sind die, die dadurch entstehen, wenn man sich durch das eigene Wissen weiterhelfen und verbessern kann. Schießen ist für mich beruhigend und ein toller Gegensatz zum Alltag.

Olivia Butzer | Klasse 10a
Humboldt-Gymnasium