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Justus-Knecht-Gymnasium

Schwierige Ankunft geglückt

Für mich hat die Schulzeit im Justus-Knecht-Gymnasium etwas anders angefangen als für meine Mitschüler. Ich bin im Jahr 2014 mit meiner Familie aus Afghanistan nach Deutschland gekommen und habe vor der Einschulung auf die weiterführende Schule nur ein Jahr lang die deutsche Sprache in einer Vorbereitungsklasse erlernt.

Große Ziele

Mein Ziel war es, das Gymnasium besuchen zu dürfen. Dank einer Person ist mir das auch gelungen. Es war mein Deutschlehrer in dieser Klasse, Herr Riffel. Er hat an mich geglaubt und mir immer wieder Mut gemacht. Er sagte auch, dass es nicht einfach werden würde, aber mit Fleiß und Ehrgeiz könnte ich es schaffen. Das Wichtigste sei es, nicht aufzugeben, wenn es „wackelig“ wird.

Klar beherrschte ich die Sprache nicht so gut, wie meine Mitschüler, die hier geboren sind, aber nichts ist unmöglich und schließlich hatte ich die Anmeldung ins JKG in der Hand!

Schwere Eingewöhnung

Anfangs war es für mich sehr schwierig, mich an alles zu gewöhnen. Ich fühlte mich ausgeschlossen und nicht jede Beziehung zu meinen Mitschülern lief gut. Ich erinnerte mich wieder an Herrn Riffels Worte, nie aufzugeben, wenn es „wackelig“ wird.

Meine Noten waren nicht besonders, obwohl ich das Gefühl hatte, das Beste aus mir herauszuholen. Ich war sehr verunsichert und eingeschüchtert. Die Lehrer kamen immer wieder auf mich zu und wollten mir Mut machen, mich im Unterricht zu beteiligen. Ich solle nicht so nervös sein und mich etwas trauen. Aber irgendwie kam ich aus dieser Spirale von Selbstzweifeln nicht mehr heraus. Ich dachte sogar daran, die Schule zu verlassen, obwohl es mich so viel Mühe gekostet hatte dorthin zu kommen. Ich glaubte, mich überschätzt zu haben. Mir fehlte die Ansprache und Ermutigung durch meinen ehemaligen Lehrer.

Wendepunkt

Als ich mal wieder verzweifelt im Klassenzimmer saß, kam meine Klassenlehrerin auf mich zu. Sie fragte mich, wie es mir gehe, ob daheim alles in Ordnung sei und wie sie mir helfen könne. Diese Vertrauensperson brauchte ich in dieser Situation. Ich konnte mich ihr öffnen. Ab diesem Tag hat sich alles für mich geändert. Ich habe mich meiner Lehrerin anvertraut und sie tat für mich, was ihr möglich war. Ich bat sie um Lernübungen und sie gab sich Mühe, für mich Material zu suchen und es zu korrigieren, nachdem ich es bearbeitet hatte. So konnte ich meine Grammatik verbessern und meinen Wortschatz erweitern.

Auch meine Mathematiklehrerin bot mir Hilfe an und ermöglichte es mir, mich schließlich zu einem Nachhilfekurs anzumelden. Ich wurde selbstsicherer, konnte Freunde finden und fühlte mich endlich willkommen und aufgenommen. Das war das schönste Gefühl für mich und ich bin allen sehr dankbar für ihre Unterstützung.

Viel Unterstützung

Warum die Schule ein besonderer Ort für mich ist? Weil schon jetzt sehr viele wichtige Erinnerungen und Erfahrungen damit verbinde. Ich habe etwas gelernt und zwar, dass man sich dem anderen öffnen muss, damit einem geholfen werden kann. Die Lehrer und die Mitschüler können einen nicht unterstützen, wenn man sich verschließt und denkt, dass man alles alleine schaffen muss. Als ich anfing, die Dinge anders wahrzunehmen, konnte ich auch die Menschen sehen, die wirklich an meiner Seite sein wollten.

Der Dank gilt den Lehrern

Viele Lehrer am Justus-Knecht-Gymnasium geben ihr Bestes um den Schülern eine gute Lernatmosphäre zu ermöglichen und die Klassengemeinschaft zu stärken. Keiner soll sich ausgeschlossen fühlen. Man kann sich immer an sie wenden, wenn man Probleme hat. Die Lehrer sind sehr offen und hilfsbereit. Das meine Schule zu etwas Besonderem für mich wurde, verdanke ich meinen Lehrern und ihrer tollen Arbeit!

Anosha Azizi| Klasse 9a
Justus-Knecht-Gymnasium Bruchsal