Reiten beinhaltet auch die Pflege der Pferde | Foto: bilderbox.com

Richard-Wagner-Gymnasium

Reiten als Seelenpflaster

Immer häufiger werden Pferde nicht nur für sportliche Zwecke eingesetzt, sondern auch für “therapeutisches Reiten“. In unserem Reitstall haben wir regelmäßig die Möglichkeit, bei einer Therapiestunde mitzuhelfen. Immer wenn wir bei einer Stunde dabei sind, macht es uns glücklich anderen Menschen eine Freude zu bereiten und wir uns gleichzeitig zu entspannen.

Reiten heilt Wunden

Mit therapeutischem Reiten hilft man vor allem Kindern und Jugendlichen mit körperlichen, seelischen und sozialen Entwicklungsstörungen oder Behinderungen. Dabei steht vor allem die Entwicklungsförderung im Vordergrund. Pferde helfen Menschen ihr Gleichgewicht und ihr Selbstvertrauen zu finden, da Tiere, die für diese Bereiche ausgebildet wurden, ausgeglichen und ruhig sind. Allein die Tatsache, dass Kinder von Pferden getragen werden, führt zu einer Verbesserung der eigenen Körperkontrolle, da die jungen Patienten lernen, ihren Körper in Bewegung des Tieres richtig einzusetzen. Das Ziel des therapeutischen Reitens ist es also, dem Kind zahlreiche Möglichkeiten zu eröffnen, die die Entwicklung positiv beeinflussen. Aus eigener Erfahrung kann ich versichern, dass es nicht nur für den Teilnehmer eine Bereicherung ist, sondern auch den Therapeuten glücklich macht, wenn man in die strahlenden Augen des Kindes bzw. des Jugendlichen sieht.

Bindung zwischen Pferd und Patient

Wenn Interesse an einer Reittherapie besteht, empfehlen wir ein Erstgespräch mit dem Reittherapeuten, um den Patienten kennenzulernen. In diesem Gespräch werden Fragen geklärt und besprochen, wo der Schwerpunkt der Therapie liegen soll. Eine Therapiestunde dauert zwischen 30 und 45 Minuten, die dafür genutzt werden, zuerst das Pferd vorzubereiten und zu putzen, was besonders wichtig ist, um eine Bindung zwischen Patient und Pferd herzustellen. Anschließend wird das Pferd auf den Reitplatz geführt, wo das individuell angepasste Programm ausgeführt wird. Das Programm besteht meist aus Koordinationsaufgaben auf dem Rücken der Pferde. Nach Abschluss des Programms wird das Pferd gemeinsam in den Stall gebracht, wo sich die Patienten nochmals auf Augenhöhe verabschieden können. Aus unserer Sicht ist es eine gute Möglichkeit, sein Kind mit Spaß zu therapieren. Wir beobachten oft, dass die jungen Patienten gegen Ende der Therapie viel ruhiger und gelassener wirken.

Reiten hilft also nicht nur Menschen mit Beeinträchtigungen, sondern auch Menschen ohne Beeinträchtigungen ihr Leben zu bereichern. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Menschen in der Gegenwart von Pferden besser abschalten können und damit einen Ausgleich zum stressigen Alltag finden.

Mara Vonderau, Paula Müller| Klasse 8b
Richard-Wagner-Gymnasium Baden-Baden