Notenlesen ist die Basis des Musizierens | Foto: bilderbox.com

Justus-Knecht-Gymnasium

Mit 14 Jahren im Männerchor

Es ist 17:50 Uhr. Bis zur Probe des Männerchors Büchenau sind es noch zehn Minuten. Ich ziehe schnell meine Jacke an und verabschiede mich von meinen Eltern. Dann eile ich durch die Straßen bis zu einem Mehrzweckgebäude, das wir als Probegebäude nutzen. Bei der Eingangstür unterhalten sich zwei Mitglieder und rauchen. Ich winke ihnen zu und öffne die Tür.

Mit Abstand der Jüngste

Drinnen hole ich meine Mappe aus dem Stapel und setze mich in den Stuhlkreis. „Guten Abend!“ werde ich begrüßt. Von der anderen Seite kommt ein: „Wie war es in der Schule?“ „Auch wieder da, Junge?“, fragen mich weitere Mitglieder. Ich unterhalte mich mit ihnen, bis der Dirigent ein paar Noten auf dem Klavier spielt und wir uns einsingen. Ich steche aus der Menge ein wenig heraus, da ich der Jüngste im Verein bin. Der Zweitjüngste ist 17 Jahre älter. Es sind alles erwachsene Männer, hauptsächlich Rentner, unter die ich mich hier mische. Der Männergesangsverein Büchenau nimmt zwar theoretisch alle Altersklassen an, aber die meisten in meiner Altersstufe schreckt die eher betagte Gesangsgruppe ab. Die anderen Mitglieder stört es nicht, dass ich dabei bin, aber manche älteren Sänger werden ein wenig neidisch, wenn ich tiefer singen kann als sie.
Die Mitglieder kommen aus mehreren Ortschaften, aus Untergrombach, Bruchsal, Staffort und natürlich, Büchenau.

Cola statt Bier

Ich mag es, in dem Chor zu singen, da es einen richtigen Zusammenhalt zwischen den Mitgliedern gibt. Zusammen erleben wir schwierige Auftritte, Verluste in der Familie und sogar auch den Tod einzelner Mitglieder. Aber natürlich gibt es auch oft etwas zu feiern, wobei es dann gratis Schnitzel, Spätzle und reichlich Getränke gibt. Ich trinke natürlich keinen Alkohol, sondern gebe mich mit Cola zufrieden. Finanziert wird das Ganze durch die Metzgerei in unserem Dorf, deren Besitzer in unserem Chor singt. Aber so sehr ich Schnitzel und Cola schätze, sind das Beste die Auftritte.

Das Herzrasen auf der Bühne und das Klatschen der Zuhörer am Ende ist das Schönste, was es gibt. Ich verstehe, dass so ein Hobby vielleicht nicht für jeden attraktiv ist, aber ich finde, jeder sollte wenigstens einmal auf einer Bühne stehen!

Makary Metzger| Klasse 9a
Justus-Knecht-Gymnasium Bruchsal