Segelboot auf einem See | Foto: bilderbox.com

Richard-Wagner-Gymnasium

Mach das Segel auf, wir kentern!

Während andere Jugendliche in meinem Alter sich im Sommer am Strand die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, bin ich schon früh morgens auf dem Weg zur Anlegestation in der Bucht von Val di Sogno am Gardasee. Statt mit Taucherbrille und Luftmatratze bin ich mit Schwimmweste und Ausreitgurt bepackt. Nur noch schnell in den Neoprenanzug pressen und auf geht’s aufs Wasser! Natürlich gibt es auch Theoriestunden an Land, das muss gerade am Anfang sein. Sobald wir von unserem Lehrer aus der windgeschützten Bucht gezogen wurden, sind wir ganz allein dem Wind und den Wellen ausgesetzt. Nur über Funk kann er uns von seinem Motorboot aus Tipps geben.  Es kommt nicht selten vor, dass man von einer Windböe erwischt wird und kentert. Aber das ist nicht schlimm, das Segelboot wird einfach wieder aufgerichtet und weiter geht die Fahrt. Das Beste am Segeln ist das Ausreiten. Mit einem Draht am Mast hängen und sich mit den Beinen vom Rumpf abdrücken, das fühlt sich an als würde man über das Wasser schweben.

Auch bei schlechtem Wetter genug zu tun 

Und wenn das Wetter mal nicht mitspielt lernen wir Seemannsknoten. Meine Schwester und ich segeln einen Hobie Cat teddy, einen Zwei-Personen-Katamaran. Es ist jedoch nicht unser Boot. Der Katamaran, sowie viele weitere Boote und Surfbretter gehören dem Besitzer des Stickel Sportcamps. Heinz Stickel ist Ex-Segeleuropameister und Surfweltmeister. Er bietet jedes Jahr von April bis Oktober Segel- und Surfkurse für Klein und Groß an. Es gibt dort eine große Auswahl an Kursen. Schon Kindern zwischen sieben und zehn Jahren wird mit dem Optimist das Segeln beigebracht. In den letzten Jahren haben sich die Windverhältnisse am Gardasee stark verändert. Der Nordwind wird immer stärker, während der Südwind immer schwächer wird. Das ist ein großes Problem, da die unerfahrenen Einsteiger die Ora brauchen und nicht mit den üblichen fünf Windstärken des Nordwindes zurechtkommen. Doch egal mit was für einem Wind wir in den nächsten Jahren zurechtkommen müssen, nichts und niemand kann mir den Spaß an meinem Hobby nehmen.       

Annika Habicht| Klasse 8b
Richard-Wagner-Gymnasium Baden-Baden