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Humboldt-Gymnasium

Karate – Eine Lebensphilosophie oder nur ein Kampfsport?

Wenn Menschen das Wort Karate hören, dann denken wahrscheinlich die meisten von ihnen an die „Jackie Chan“- Filme und an irgendwelche Kranich-Stellungen. Jedoch liegen sie bei diesem typischen Klischee ganz und gar falsch. Heutzutage ist Karate (dt. „leere Hand“) eher ein Kampfsport, der einem nicht nur verschiedenste Techniken zur Selbstverteidigung lehrt, sondern auch großen Wert auf körperliche Kondition und Beweglichkeit legt. Außerdem wird die Sportart oft auch Karate-Do („Do“= der Weg) genannt, um zu betonen, dass auch eine Lebensphilosophie und Einstellung damit verbunden ist, zum Beispiel: „Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt“, „Im Karate gibt es keinen ersten Angriff“ oder „Karate üben heißt, ein Leben lang zu arbeiten. Darin gibt es keine Grenzen.“

Karate fördert auch die mentale Stärke

Vor ungefähr acht Jahren bin ich durch meine Familie, die sich ebenfalls für den Kampfsport begeistern konnte, auf Karate aufmerksam geworden. Seitdem gehe ich zweimal die Woche ins Training für etwa eineinhalb Stunden und ich habe dadurch vieles in meinem Leben dazugelernt und viele neue Erfahrungen gesammelt. Da wäre zum einen der Aspekt der Selbstverteidigung: sich selbst im Notfall verteidigen zu können, sich sicherer zu fühlen, wenn man alleine nach draußen geht. Zum anderen ist viel Koordination und Beweglichkeit bei den Ausführungen von unterschiedlichen Techniken wie zum Beispiel Schlägen, Tritten oder Würfen gefragt, welche elementare Aspekte der körperlichen Fitness sind. Karate-Do hilft einem aber nicht nur bei dem physischen Umgang mit gewissen Problemen, sondern auch beim psychischen. Zum Beispiel ist Karate ein sehr gutes Mittel um den alltäglichen Stress mal Beiseite zu legen und sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Denn im Gegensatz zum Joggen kann man sich dort nicht wieder in seine Alltagssorgen verlieren, da man sonst von seinem Trainingspartner einen Schlag oder einen Tritt abbekommen könnte, weil man vergessen hat zu blocken.

Gestärktes Selbstbewusstsein durch Erfolge

Durch das ständige Erzielen von Fortschritten, das Erlernen von neuen Ausführungen sowie das Perfektionieren von bereits Erlerntem, durch das positive Feedback des Trainers oder des Trainingspartners und durch das Wahrnehmen von körperlichen Veränderungen nach den ersten harten Trainingseinheiten, erlangt man viel mehr Selbstbewusstsein und stärkt sein Selbstwertgefühl. Tradition und somit Disziplin, Selbstbeherrschung und ein respektvoller Umgang miteinander spielen ebenfalls im Karate-Do eine sehr große und wichtige Rolle. Man lernt diese Werte, die sich im Übrigen auch auf andere Lebensbereiche übertragen lassen, zu achten und zu verinnerlichen.

Erfahrung ist mehr Wert als Preise

Die größten Glücksmomente hatte ich jedoch auf Wettkämpfen und den anschließenden Siegerehrungen. Auch wenn ich nur bei „Dojo“-Wettkämpfen, Wettkämpfe innerhalb des Vereins, teilgenommen habe, hat es mir extrem Spaß bereitet, mich mit anderen zu messen und sogar zweimal den ersten Platz zu erreichen. Wettkämpfe liefern bei einem Kampfsport unglaublich viel Erfahrung, die nicht durch irgendwelche Preise oder Gewinne tauschbar wäre und die unvergesslich ist.

Im Übrigen, du brauchst keinerlei besondere Voraussetzungen, um Karateka zu sein, abgesehen von etwas Vorfreude und Interesse. Vielleicht kannst du ja nach einem Verein in deiner Nähe recherchieren und für dich selber herausfinden, ob Karate für dich nur ein Kampfsport oder sogar eine Lebensphilosophie ist.

Jannis Bless| Klasse 10a
Humboldt-Gymnasium