Die Bemühungen der Schüler wurden vielfach ausgezeichnet. | Foto: 8a, St-Dominikus-Gymnasium

St.-Dominikus-Gymnasium

Fragenhagel an Umweltbeauftragten

Am 11.02.2020 durften Malin Freudenberger und Cara Gerstner den Umweltbeauftragten des St.-Dominikus-Gymnasiums, Herrn S. Oesterle, interviewen.

Wie verhalten Sie sich privat zum Thema Umwelt?

Ich fahre seit über 30 Jahren mit der Bahn zur Arbeit. Ich gebe zu, dass ich, wenn ich große Materialien dabeihabe, auch schon mit dem Auto gefahren bin. Das passiert aber sehr selten. Früher, als ich noch in Karlsruhe wohnte, bin ich mit dem Fahrrad gefahren.
Außerdem bin ich den letzten 31 Jahren genau zweimal geflogen. Ich mach gerne Urlaub, aber fliegen muss ich nicht unbedingt. Zum Beispiel war ich 2017 in den USA, dort war es sehr schön, ich werde auch wieder hingehen, dann auch wieder fliegen. Ich bin nicht ganz gegen das Fliegen, aber ich muss es nicht unbedingt machen. Wir haben als Familie drei Photovoltaikanlagen. Ich würde mir gern ein E-Auto anschaffen. Wir achten sehr auf unseren Energieverbrauch und kaufen möglichst langlebige Sachen.

Seit wann sind Sie Umwelt-Mentor an unserer Schule?

Meine Kollegin Frau Bernert und ich haben das Projekt 2000 gestartet. Die ersten Energiemanagerinnen wurden damals gewählt. Wir haben erfolgreich bei vielen Wettbewerben teilgenommen, wobei wir unter anderem unsere Photovoltaikanlage gewonnen haben. Außerdem haben wir auch Aktionen selbst gestartet.

Was gefällt Ihnen daran, Umwelt-Mentor zu sein?

Wir waren sehr erfolgreich. Wir haben damals ein Drittel der Heizenergie eingespart. Wir hatten vorher 900 Megawattstunden und nachher 600. Durch unsere großen Photovoltaikanlagen auf dem Dach konnten wir über 40.000 Kilowattstunden im Jahr erzeugen. Somit haben wir keinen großen Verbrauch mehr. Mittlerweile sind wir noch besser geworden, da wir neue Fenster haben. Der Windfang zum Schulhof und zum Eingang lässt keine Kälte rein. Beim Elektrostrom wurden wir auch besser.
Wie wollen Sie die Schule noch umweltfreundlicher machen?
Wir wollen die klimafreundliche Ernährung thematisieren. Wir wollen uns auch für den Insektenschutz einsetzen, da wir aber eine Innenstadt-Schule sind, sind unsere Möglichkeiten begrenzt. Naturschutz ist auch Klimaschutz!

Was denken Sie wird der Klimawandel in 50 bis 70 Jahren angerichtet haben?

Ich hoffe so wenig wie möglich, allerdings glaube ich, dass durch die Intensivierung jetziger Maßnahmen noch viel gerettet werden kann. Trotz wenig Plan haben wir schon viel erneuerbare Energie erzielt.


Stimmt es, dass unsere Schule an „Friday for Future“-Demos beteiligt war?

Es besteht Schulpflicht, weswegen die Schülerinnen nicht zu den Demos sollen, allerdings war ich mit dem Seminarkurs „Öko-audit“ da, um uns das einmal anzuschauen und dann natürlich auch mitzumachen. Man muss auch sagen, dass „Fridays for Future“ viel Schwung in das Thema gebracht hat. Das soll aber kein Freibrief für meine Schülerinnen sein.

Wir bedanken uns sehr für Ihre Zeit und Ihre aufschlussreichen Antworten.

Cara Gerstner, Malin Freudenberger | Klasse 8a
St.-Dominikus-Gymnasium Karlsruhe