Ballett ist schwerer als gedacht | Foto: Bilderbox.com

Bismarck-Gymnasium Karlsruhe

Ein Hobby, bei dem man die Schwerkraft vergisst

Ballett ist kein außergewöhnliches oder seltenes Hobby, wie zum Beispiel das Fechten, Schmetterlinge zu sammeln oder sich um wilde Tiere zu kümmern. Die Meisten denken dabei nur an rosafarbene Tutus und einfaches Tanzen auf den Zehenspitzen. Doch es ist alles andere als einfach und rosafarbene Tutus sind nun wirklich nicht jedermanns Sache.

Ich tanze zwei Mal die Woche eine Stunde Ballett in einem Studio in der Stadt. Dort kann jeder im Alter von drei bis 30 Jahren, ob Anfänger, Geübter oder Profi, Unterricht nehmen. Mindestens ein Mal im Jahr tanzen alle zusammen auf der Bühne im Staatstheater Karlsruhe. Einzelne können bei Stücken wie Schwanensee oder dem Nussknacker mitwirken und tanzen. Es gibt Kinderkurse und Erwachsenenkurse mit je einer Anfänger-, einer mittleren und einer fortgeschrittenen Gruppe. Sowohl Mädchen als auch Jungen können daran teilnehmen und nicht jeder ist verpflichtet, im rosafarbenen Tutu dort aufzukreuzen, sondern kann anziehen, was er oder sie will, solange der- oder diejenige auch damit tanzen kann.

Anspannung im ganzen Körper

Wie schon gesagt, die Meisten denken, es sei nur langweilig und einfach. Doch die Meisten sehen auch nur das Endergebnis, bei dem der Tänzer mit einem strahlenden Lächeln gelenkige Figuren zu einem Tanz formt. Dahinter aber stecken jahrelange Erfahrung, hartes Training und starke Muskeln. Es kommt darauf an, dass es am Ende leicht und schön aussieht, doch haben Sie schon einmal versucht, eine doppelte Pirouette auszuführen oder mehrere Sekunden ein Bein – angespannt und mit gestreckten Zehen – nach vorne gestreckt zu halten?

Dafür braucht man extrem viele Muskeln, gute Balance und ein sehr großes Durchhaltevermögen. Und auf Spitzenschuhen erst einmal richtig stehen zu können, erfordert jahrelanges Training und das Ertragen starker Schmerzen.Wenn man all das miteinander kombiniert, dann ergibt sich aus all der Mühe ein schöner Tanz, über den sich der Zuschauer freuen und für den er sich begeistern kann.

Aber immer schön lächeln!

Es hört sich zwar hart an, doch beim Ballett erwirbt man eine große Ausdauer und Zielstrebigkeit, die man auch außerhalb des Tanzens gut nutzbar machen kann. Außerdem erhält man eine sehr schöne und elegante Haltung und sehr viele Muskeln. Es macht Spaß, sich während des Tanzens nur auf eine Sache konzentrieren zu müssen und alles andere zu vergessen. Die Freude ist sehr groß, wenn man eine Übung endlich geschafft hat und man am Tag danach Muskelkater bekommt. Doch das Allerschönste ist, wenn man das Leuchten in den Augen der Zuschauer, vor allem bei den etwas kleineren, sieht und die Verwunderung darüber, wie wir einen so hohen Sprung machen und dabei scheinbar die  Schwerkraft aufheben können.

Amadea Beier| Klasse 9b
Bismarck-Gymnasium Karlsruhe