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St.-Dominikus-Gymnasium

Das viele Üben hat sich gelohnt

Cellospielen ist bisher eine der größten Herausforderungen, die ich in meinem Leben eingegangen bin. Bei einem Konzert mitzuspielen, ist nochmal eine ganz andere Nummer. Selbst bei der Generalprobe ist die Anspannung schon deutlich zu spüren, denn es passieren noch etliche Fehler. Bögen quietschen auf den Saiten, Finger verrutschen und es gibt bereits ein größeres Publikum als beim Üben.

Probleme bei der Probe

Als ich ankomme, hat der Aufbau gerade begonnen und ich sehe einige Personen, die mir jetzt beim Üben im Konzertsaal zuhören werden. Aber ich habe Glück, ich darf als erste spielen, da sind weniger Menschen anwesend als bei allen, die nach mir spielen. Mir gelingen einige Takte meines Stücks nicht so gut, ich hoffe, sie sind beim Konzert besser. Die Anspannung wächst.

Nach und nach erscheinen meine Streicherkolleginnen und -kollegen und schließlich kommt auch die Pianistin, die uns begleitet. Jetzt fängt das Proben erst richtig an. Alle Instrumente werden nacheinander gestimmt, hier und da spielt sich jemand ein und die Nervosität aller steigt. Nachdem alle Solostreicher mit oder auch ohne Klavierbegleitung geübt haben, spielen alle zusammen die drei Stücke, die wir schon länger spielen können und dann das Jugendstreichorchester sein Stück. Zum Schluss heißt es zum Abschied zu allen: „Übt nochmal kräftig, damit das beim Konzert funktioniert!“ Als ob wir noch so viel Zeit hätten.

Generalprobe

Drei Tage später ist schließlich das Konzert. Ich bin wieder eine der Ersten und darf mich auch diesmal als Erste einspielen. Als meine Cellokollegin in den Saal gehumpelt kommt, sind alle entsetzt, aber immerhin kann sie noch musizieren. Ein Glück, dass wir fast alles auf die Bühne getragen bekommen, sodass sie nur ihr Instrument mitnehmen muss. Kaum sind alle da, betreten auch schon die ersten Zuhörer den Saal und schleichen auf ihre Plätze, während wir zum allerletzten Mal vor dem Konzert proben. Alle versuchen, sich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Leichter gesagt, als getan.

Endlich beginnt das Konzert. Zuerst spielen die Fast-Profis, also alle, die schon länger ihr Instrument spielen, drei Stücke zusammen. Es klappt überraschend gut, denn zusammen fühlen wir uns sicherer auf der Bühne. Dann folgen die Einzelauftritte, überwiegend mit, wenige ohne Klavierbegleitung. Ich darf als Zweite mein Einzelstück spielen. Ich bin überrascht, wie schnell es vorbei ist und überglücklich, dass die schwierigen Takte fast perfekt und der Rest vom Stück bis auf kleine Ungenauigkeiten fehlerlos waren.

Das große Finale

Im großen Finale spielen alle zusammen, vom Fast-Profi bis zum Anfänger, ein kurzes Stück. Als Abschluss, während alle noch auf der Bühne stehen, mit den Instrumenten in der Hand, hält der Leiter des Ganzen eine kurze Rede, Blumen werden überreicht und es gibt nochmal einen großen Applaus für alle. Geschafft!

Jetzt schmeckt uns das Buffet besonders gut, zu dem jeder etwas beigetragen hat. Die Anspannung fällt merklich von uns ab, wir sind alle zufrieden mit dem Konzert. Wir hören von überall, wir hätten einen super Auftritt hingelegt, das freut uns riesig. Die ausgelassene Stimmung tut uns gut und wir genießen den gemeinsamen Ausklang.

Luisa Huber | Klasse 8a
St.-Dominikus-Gymnasium Karlsruhe