Autos unter die Lupe genommen | Foto: bilderbox.com

Heisenberg-Gymnasium Karlsruhe

Alles nur Verkaufsstrategie?

Sind Elektroautos wirklich umweltfreundlicher als Autos mit Verbrennungsmotoren?

Viele Hersteller werben damit, dass Elektroautos weniger CO2 ausstoßen und im Gegensatz zu den Verbrennungsmotorautos umweltfreundlich sind und somit die umweltfreundlichere Alternative sein könnten. Aber verschweigen die Hersteller aufgrund von Werbezwecken wichtige Informationen?

Produktionsbedingungen müssen beachtet werden

Vor allem der niedrige CO2– Ausstoß beim Auspuff der E-Autos ist ein häufiger Werbeaspekt, der die E-Autos als so klimafreundlich wie möglich darstellt. Dabei wird aber nur ein kleiner Teil des gesamten Zyklus eines E-Autos von der Produktion bis zur Entsorgung betrachtet. Wie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit in einer Publikation veröffentlichte, sind, abgesehen von Produktion, Wartung und Entsorgung der Autos, der Fahrbetrieb sowie die Energiebereitstellung ein großer Faktor in den gesamten CO2 Emissionen eines E-Autos. Am Beispiel eines PKW liegen die CO2 Emissionen des gesamten Lebenszyklus eines E-Autos bei etwa 130 Gramm pro Fahrzeug-Kilometer, was zwar weniger als beim herkömmlichen Autos mit Verbrennungsmotor ist, aber trotzdem noch nicht so klimafreundlich, wie viele Hersteller werben. Beim Feinstaubausstoß dagegen schneiden E-Autos weitaus schlechter ab, als Benziner und sogar Diesel-Autos. Besonders bei Reifenabrieben auf den Straßen, aufgrund des hohen Gewichts der E-Autos, aber auch bei der Herstellung, wie zum Beispiel bei der Stahlproduktion für Fahrzeugteile, entstehen Großteile der Feinstaubemissionen. Da auch die Energiegewinnung der E-Autos noch nicht besonders effizient ist, ist im Moment auch der Wirkungsgrad der Autos mit Verbrennungsmotoren höher.

Verbesserungen möglich

Zwar stoßen E-Autos keine lokalen Emissionen aus, allerdings werden schon allein beim Bau der Akkus großen Mengen an CO2 ausgestoßen, sodass E-Autos kaum umweltfreundlicher als andere Autos sind. In aktuellen E-Autos werden Lithium-Ionen-Akkus verbaut, die aus Lithium, Kobalt und Grafit bestehen. Dabei ist die Rohstoffgewinnung sehr bedenklich. Die Lithiumgewinnung ruiniert das Ökosystem der Atacama-Wüste in Südamerika und lässt die Bevölkerung ohne Grundwasser und mit verseuchten Böden zurück. Kobalt kommt zu großen Teilen aus primitiven Minen im Kongo, ohne Achtung der Menschenrechte und durch Kinderarbeit. Dennoch soll es schon einzelne Batterietechnologien geben, die auf Kobalt verzichten. Zudem sind die Rohstoffe des Akkus ebenfalls wie bei Benzin nicht unendlich verfügbar. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass E-Autos zwar mit der Zeit umweltfreundlicher werden, im Moment aber noch nicht viel besser als Autos mit Verbrennungsmotoren sind. In Zukunft werden E-Autos jedoch eine der wenigen Alternativen sein, da viele Ressourcen wie Öl ausgehen. Wenn man zusätzlich die Produktion und Herstellung verbessert, wie etwa mit Ökostrom, umweltfreundlicheren Batterien und zudem Feinstaubemissionen durch Filter senken würde, stände den E-Autos als klimafreundliche Alternative nichts mehr im Wege.


Mattea Heinicke, Sarah Gundert, Yvonne Geimer,  Lara Raue, | Klasse 9a
Heisenberg-Gymnasium Karlsruhe